CH-Verlauf: Schwächer – Abwärtstrend setzt sich fort

Dieser positive Impuls sei aber ähnlich schnell wie die Ankündigung der US-Notenbank am Vortag, erneut Geld in den Markt zu pumpen, wieder verflogen.


Weitere Impulse sind am Nachmittag von den US-Konjunkturdaten zu erwarten. So werden Arbeitslosendaten, die persönlichen Einkommen und Ausgaben, der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter und der Stimmungsindex der Einkaufsmanager aus Chicago erwartet. Auch die zweite Umfrage der Universität von Michigan zur Stimmung der US-Verbraucher im November und die Neubauverkäufe dürften über die Richtung der Aktienkurse mitbestimmen. «Die Reaktionen könnten dabei relativ heftig ausfallen, da Portfolioumschichtungen angesichts des bevorstehenden Feiertags Thanksgiving womöglich auf ein bereits dünnes Volumen treffen könnten», heisst es in Marktkreisen.


Bis um 12.25 Uhr sinkt der SMI um 1,35% respektive 73,90 Stellen auf 5’404,49 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI gibt 0,74% auf 758,40 Stellen und der breite SPI 1,23% auf 4’465,08 Punkte nach.


Am deutlichsten belasten die Indexschwergewichte Nestle (-3,3% auf 40,52 CHF) sowie Roche (-3,1% auf 157,90 CHF) den Markt. Novartis (-0,4% auf 52,85 CHF) halte sich dagegen etwas besser, nachdem sich CEO Daniel Vasella gegenüber der Presse für das laufende Jahr besonders zuversichtlich gezeigt hat. «Novartis wird im laufenden Jahr ein Rekordergebnis erzielen», sagte Vasella in einem Interview.


Kräftig nach unten geht es auch mit Swiss Life (-3,4% auf 67,60 CHF). Das Unternehmen informierte über ein Kostensparprogramm und den Abbau von 200 Arbeitsplätzen in der Schweiz. Analysten beurteilen den Schritt in der Tendenz als sinnvoll. Die eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen sollten helfen, die aktuell schwierige Ertragssituation bei der Swiss Life zu mildern und v.a. auch die Ertragskraft in der Zukunft zu verbessern. Baloise (-2,1% auf 62,70 CHF) und Swiss Re (-1,0% auf 44,10 CHF) stehen ebenso im Minus, lediglich ZFS (+1,5% auf 216,00 CHF) stemmen sich gegen den Trend.


Die Aktien der Banken sind nun allesamt in die Verlustzone abgerutscht. UBS sinken um 1,3% auf 14,23 CHF und CS um 1,1% auf 31,86 CHF. Die Bank will sich Medienberichten zufolge von ihrer Sparte «Global Investors» trennen und bevorzugt dabei offenbar den britischen Vermögensverwalter Schroders als Käufer. Julius Bär geben 2,9% auf 37,08 CHF.


Am schwächsten tendieren Richemont (-4,6% auf 19,27 CHF) und Swatch geben 3,1% auf 131,80 CHF nach.


Auf der Gewinnerseite stehen dagegen ABB (+3,8% auf 14,96 CHF) und Syngenta (+3,8% auf 204,70 CHF). Die Tatsache, dass Syngenta eine Anleihe begebe, wirke positiv, so ein Händler. «Diese Anleihe ermöglicht uns, zu einem früheren Zeitpunkt von verbesserten Kreditbedingungen im Schweizer Binnenmarkt im Rahmen unseres normalen Finanzierungsbedarfs zu profitieren», sagte der Finanzchef des Agrochemie-Herstellers.


Nobel Biocare (+6,7% auf 18,79 CHF) stehen an der Indexspitze. Hier werden ausländische Deckungskäufe für die Aufschläge verantwortlich gemacht. Oerlikon (+0,2% auf 77,75 CHF) hat den Geschäftsbereich Optics am US-Standort Golden verkauft, ohne einen Verkaufspreis zu nennen.


Im freien Fall befinden sich unterdessen Basilea (-33,7%) aus dem breiten Markt. Der Kooperationspartner von Basilea hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA einen so genannten «Complete Response Letter» für Ceftobiprol erhalten. Die FDA will bestimmte Mängel bei der Überwachung von Studien klären lassen. Analysten gehen nun von einer verzögerten Markteinführung in den USA aus.


In der zweiten Reihe stehen zudem Bell (+7,9%) mit der Übernahme der Mehrheit an der deutschen Abraham Gruppe per Anfang 2009 im Blick. Die Integrationsrisiken der gewichtigen Übernahmen im Ausland seien nicht zu unterschätzen, heisst es in einem ersten Analystenkommentar. Das Geschäftsmodell von Bell werde riskanter.


An der Indexspitze liegen Von Roll (+10,6%). Die Aktionärsgruppe um den deutschen Investor August von Finck hat den Anteil am Industrieunternehmen Von Roll indirekt weiter ausgebaut. Die Von-Finck-Familie besitzt nun Inhaberaktien von insgesamt 66,75% des Unternehmens. (awp/mc/pg/21)

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