CH-Verlauf: Schwächer – Nestlé und Novartis weiterhin im Blickpunkt

Auf dem Markt lasten vor allem Abgaben in den Indexschwergewichten Roche und Novartis. Demgegenüber sind Finanzwerte gesucht.


Heute stehen weiterhin Novartis nach der Ankündigung der Alcon-Vollübernahme von Nestlé und die Titel des Nahrungsmittelkonzerns nach einer Akquisition im Fokus. Ansonsten fehlen Unternehmensnachrichten weitgehend und auch von Konjunkturseite her werden erst am Nachmittag neue US-Daten publiziert – die Auftragseingänge der Industrie und die ausstehenden Hausverkäufe.


Bis um 12.10 Uhr verliert der SMI 0,49% auf 6’598,97 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,02% auf 1’020,10 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,33% auf 5’684,42 Punkte.


Aus charttechnischer Sicht sei ein Halten der Unterstützung im SMI bei 6’580/6’590 wichtig, schreiben die Charttechniker einer Grossbank in einem Kommentar. Widerstände seien bei 6’640, 6’670 und 6’680 angesiedelt. Zudem wird zu bedenken gegeben, dass die Aufwärtsbewegung seit Anfang Dezember 2009 rund 120 SMI-Punkte gebracht habe, den grössten Teil davon gestern Montag. Bereits ein Verlust von 100 Indexpunkten würde Anzeichen auf eine Trendänderung liefern.


Im Blick der Anleger stehen am Dienstag erneut Nestlé (-0,6%). Der Nahrungsmittelkonzern will das Tiefkühlpizza-Geschäft von Kraft Foods in den Vereinigten Staaten und Kanada zu einem Preis von 3,7 Mrd USD in bar übernehmen. Ausserdem hat Nestlé am Berichtstag Spekulationen über eine mögliche Teilnahme am Bieterrennen um den britischen Süsswaren-Hersteller Cadbury ein Ende bereitet.


Novartis (-1,6%) werden weiterhin verkauft und knüpfen damit an die Vortagesverluste (-2,6%) nach der Ankündigung des Kaufs der Alcon-Beteiligung an. Vor allem der Verwässerungseffekt, der aus der geplanten Ausgabe neuer Aktien für den Aktientausch mit Alcon resultiere, habe die Novartis-Kurse belastet, hiess es am Vortag. Zudem wird trotz gemäss dem Novartis-Management klarer Rechtslage unter Analysten mit einer Aufbesserung des Angebotes an die Alcon-Minderheitsaktionäre gerechnet. Aber auch Roche GS (-1,7%) liegen im Angebot, nachdem diese Titel am Vortag noch deutlich zulegen konnten.


Mit am Tabellenende notieren weiter Holcim (-1,5%), Syngenta (-1,4%), Givaudan (-0,9%) oder SGS (-0,9%). Syngenta können damit nicht vom Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit der Dow Chemical-Tochter Dow AgroSciences profitieren.


Zu den grössten Kursgewinnern gehören Petroplus (+4,9%), GAM (+2,3%) oder Swiss Re (+2,1%). Swiss Re profitiere dabei von einer gestern bekanntgegebenen langfristigen Kreditfazilität über 1,0 Mrd USD sowie einer heute angekündigten Verbriefung von Erdbebenrisiken in Kalifornien, so Marktbeobachter.


In der zweiten Reihe knüpfen Evolva (+11,5%) – ex Arpida – an die Vortageshausse von 59,6% an. Am Montag wurde bekannt, dass das Unternehmen mit Roche eine Vereinbarung bezüglich einer Forschungszusammenarbeit unterzeichnet hat.


Ypsomed (+7,0%) profitieren von einer Vereinbarung mit der amerikanischen Insulet Corp. für den exklusiven Vertrieb der Insulin-Patch-Pumpe OmniPod. Der exklusive Vertrag werde sich ganz klar positiv auf das Umsatzwachstum und die Profitabilität der Ypsomed auswirken, hiess es dazu. (awp/mc/pg/18)

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