CH-Verlauf: Unter Tageshoch fester – Vertrauen der Käufer fehlt

Die Zahlen seien erwartungsgemäss ausgefallen, insbesondere nachdem am Vortag bereits ein unerwartet starker Rückgang des BIP Deutschlands im dritten Quartal publiziert worden ist.


Die Käufer hätten noch kein Vertrauen in den Markt gefasst, so der Händler weiter. Das Umfeld bleibe denn auch weiterhin schwierig. Aus technischer Sicht befände sich die Börse unverändert in einem breiten Seitwärtsband, das von 5’300 bis 6’400 Punkte im SMI reiche. Die aktuelle Seitwärtstendenz dürfte denn auch anhalten, ausser der Index breche nach oben oder unten aus. Zudem sei für eine Bodenbildung ein Rückgang der Volatilität erforderlich, hiess es weiter. Zumindest die Volatilität hält sich bisher mit Kursschwankungen im SMI in einer Bandbreite von knapp 60 Punkten in vergleichsweise engen Grenzen.


Der SMI zieht bis um 11.50 Uhr um 2,23% oder 128,14 auf 5’868,18 Punkte an. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI legt um 2,52% auf 812,54 Stellen zu. Der breite Markt steigt, gemessen am SPI, um 2,30% auf 4’832,97 Zähler.


Die Berichtssaison neigt sich langsam dem Ende zu. Unter den SMI-/SLI-Titeln haben heute einzig Richemont (+1,4% auf 20,38 CHF) Zahlen publiziert. Der Luxusgüterhersteller hat mit den Halbjahreszahlen die Erwartungen des Marktes in allen Belangen übertroffen. Allerdings hat sich der Geschäftsgang im Oktober leicht rückläufig entwickelt und seien Befürchtungen über ein schlechtes Weihnachtsgeschäft aufgekommen. Dies wirke sich dämpfend auf und hat die Titel weit von ihrem Tageshoch korrigieren lassen, so Analysten. Die Aktien der Branchekollegin Swatch (-1,2% auf 143,30 CHF) geben nach einer Eröffnung in der Pluszone gar nach.


Im Bankensektor sucht CS (+2,9% auf 32,42 CHF) einem Medienbericht zufolge Gespräche über ein mögliches Joint Venture im Vermögensverwaltungsgeschäft. UBS legen (+4,9% auf 15,82 CHF) deutlicher zu.


Die grössten Avancen erzielen bisher Bâloise (+8,3% auf 56,35 CHF) und ABB (+6,3% auf 13,59 CHF). In Bâloise würden sich die Anleger im Hinblick auf die Q3-Zahlen vom kommenden Montag positionieren, so Marktbeobachter. ABB seien nach deutlichen Abgaben nun günstig bewertet.


Dasselbe gilt nach einer veritablen Abstrafung an den beiden letzten Handelstagen auch für die Versicherungswerte: ZFS (+5,0% auf 226,00 CHF) und Swiss Re (+3,7% auf 46,90 CHF) legen überdurchschnittlich zu. In Swiss Life (+1,8% auf 82,95 CHF) agieren die Anleger nach der Abstrafung der beiden Vortag verhalten.


Holcim (+3,8% auf 52,95 CHF) zeigen sich unbeeindruckt von der Revision des Ausblicks auf «negativ» von «stabil» durch die Rating-Agentur Fitch.


Demgegenüber liegen, wie meist in einem solchen Markt, die defensiven Valoren zurück. Dabei verhindern vor allem die Indexschwergewichte Nestlé (+0,7% auf 45,32 CHF), Novartis (+1,9% auf 59,00 CHF) und Roche GS (+2,1% auf 173,80 CHF) höhere SMI-Notierungen. Roche profitieren nur wenig von positiven Daten zu Avastin und der Kombination Avastin/Tarceva gegen Lungenkrebs. In Nestlé sieht die UBS derzeit kein Kurspotenzial mehr. Die Grossbank hat das Kursziel auf 46 CHF nach unten revidiert und bewertet die Titel mit neutral.


Im breiten Markt hat sich EFG (+15,7%) überraschend mit Aussagen zum Geschäftsverlauf der ersten zehn Monate gemeldet und die Guidance für das Gesamtjahr bestätigt. Damit hat die Privatbank ihr Ziel erreicht und die Unsicherheiten der Anleger etwas beseitigt, was mit Käufen honoriert wird. Julius Bär (+1,9%) und Vontobel (2,8%) können davon jedoch kaum profitieren.


Wie geplant hat PSP (+1,0%) über den Geschäftsgang der ersten neun Monate berichtet. Die Aktien legen nur unterdurchschnittlich zu, obwohl das Immobilienunternehmen beim EBITDA sowie Reingewinn leicht über den Markterwartungen liegt und die 2008er Zielsetzungen bestätigt hat.


Die prozentual grössten Avancen im Gesamtmarkt erzielen Swissmetal (+21,7%). Orascom (+10,4%) sind gesucht. Am Donnerstag stellte das Management für 2009 weitere Ergebnisfortschritte in Aussicht.


Auf der Verliererseite finden sich Global Natural (-13,5%) und 4M (-9,1%) zuoberst. (awp/mc/gh/22)

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