CH-Verlauf: Verlauf: Weiter im Minus – Pharmawerte schwach

Ein Händler verweist auf die Zunahme positiver Signale von Konjunkturseite. So hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Eurozone im März stärker als erwartet aufgehellt. «Inzwischen gibt es mehr Beruhigendes als neue Schockwellen», sagt er. Auch halte die Hoffnung auf eine Besserung der Wirtschaft nach dem Treffen der 20 stärksten Industrienationen in London an. Für den weiteren Verlauf dürfte aber vieles von der Entwicklung in den USA abhängen.


Bis um 11.50 Uhr gibt der SMI 1,24% oder 64,44 auf 5’114,09 Punkte nach. Hier wiegen vor allem Abgaben in Roche und Novartis schwer. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI notiert dagegen kaum verändert bei 737,03 Zählern – der Einfluss der beiden schwergewichtigen Valoren ist hier begrenzt. Der Gesamtmarkt, gemessen am SPI, gibt wiederum 1,04% auf 4’295,38 Stellen ab.


An der Tabellenspitze im SMI/SLI rangieren weiter Givaudan (+9,4% auf 638,50 CHF) nach eigentlich enttäuschenden Zahlen zum Umsatz im ersten Quartal 2009. Der Aromen- und Riechstoffhersteller hat zwar die Erwartungen deutlich verfehlt, aber die Ziele für 2009 und für die längere Frist bestätigt. Ausserdem hat die Aktie dieses Jahr bereits rund 30% eingebüsst. «Es war wohl bereits viel Negatives eingepreist», urteilt ein Händler.


Der «Konjunkturoptimismus» schlägt sich bei den Zyklikern nieder. Besonders starke Avancen verzeichnen OC Oerlikon (+8,1% auf 46,50 CHF), Kühne + Nagel (+5,1% auf 77,75 CHF), Adecco (+3,2% auf 39,10 CHF) sowie Holcim (+3,1% auf 48,02 CHF). ABB (+2,5% auf 17,37 CHF) profitieren zudem von einem Transformatoren-Auftrag über 140 Mio USD aus China.


Daneben tendieren auch die Assekuranzen sehr freundlich. Swiss Re (+6,2% auf 22,76 CHF) können sich nach einem schwachen Start weit vorarbeiten. Von Chevreux gab es eine Hochstufung auf «Outperform» («Sell») bei einem höheren Kursziel von 30 (20) CHF. Auch Bâloise (+5,1% auf 81,45 CHF), Swiss Life (+2,2% auf 90,45 CHF) und ZFS (+1,7% auf 201,40 CHF) stehen gut da.


Nach einem deutlich tieferen Start gelingt UBS (+2,2% auf 12,08 CHF) der Vorzeichenwechsel, während CS (-1,4% auf 38,86 CHF) und Julius Bär (-0,9% auf 32,18 CHF) weiterhin im Minus stehen. Dabei haben die Valoren die frühen Verluste jedoch abgebaut, bei Julius Bär kommt eine positive Studie von Cheuvreux hinzu. Die Übernahme der OECD-Standards beim Bankgeheimnis wird dort als nicht so schwerwiegend gesehen, wie zunächst angenommen.


Bei den Finanztiteln werten Analysten zudem die jüngste Aufweichung der Rechnungslegung nach US-GAAP als positiv für die so bilanzierenden Unternehmen, wenn auch nur kurzfristig. Hierzulande sind dies Swiss Re und CS. Langfristig ändere sich an der Problematik notleidender Vermögenswerte aber nichts, heisst es dazu.


Richemont (-1,7% auf 19,67 CHF) leiden unter einer negativen Studie von Cheuvreux, Swatch (+0,3% auf 151,60 CHF) rücken dagegen leicht vor. Bei Syngenta (-3,1% auf 230,80 CHF) verweisen Marktteilnehmer auf durchzogene Rückschlüsse nach den Quartalszahlen des US-Mitbewerbers Monsanto vom Vortag.


Die grosskapitalisierten Nestlé (-1,1% auf 39,04 CHF), Roche (-3,3% auf 155 CHF) und Novartis (-3,3% auf 42,74 CHF) lasten allesamt auf dem Markt. Am Tabellenende im SMI/SLI befinden sich Lonza (-3,8% auf 107,80 CHF), ohne dass es konkrete Neuigkeiten gibt.


Im breiten Markt notieren Dufry nach durchzogenen Geschäftszahlen 2008 und einem verhaltenen Ausblick 4,0% tiefer. Zehnder verlieren nach Zahlen 1,8%. Dagegen erhalten StarragHeckert (+4,4%) Auftrieb nach vorsichtig optimistischen Aussagen des Managements zum angelaufenen Geschäftsjahr 2009. Auch AMS (+3,3%) werden gesucht. Die Anteilseigner haben an der Generalversammlung gegen die Ausschüttung einer Dividende, aber für einen Gewinnvortrag gestimmt. (awp/mc/ps/18)

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