CH-Verlauf: Verluste zum Wochenauftakt

Die Schweizer Börse war vor dem Wochenende feiertagsbedingt geschlossen. Am Nachmittag könnten die Auftragseingänge der Industrie in den USA nochmals einen Impuls bringen, ansonsten sei die Agenda dünn, sagten Händler. Somit dürften die Ölpreise die Richtung des Marktes weiter diktieren. Der Markt könnte ferner auf neue Impulse von der Berichtssaison warten sowie auf die Sitzungen der US-Notenbank am Dienstag und der Europäischen Zentralbank am Donnerstag.


Bis um 12 Uhr büsst der SMI 0,70% respektive 49,84 Stellen auf 7’091,37 Punkte ein. Der 30 Titel umfassende und gekappte SLI verliert derweil 0,89% auf 1’050,44 Einheiten und der breite SPI 0,64% auf 5’926,17 Punkte. Grössere Einbussen verzeichnen UBS (-3,2% auf 19,72 CHF), belastet von Spekulationen in der Presse um weitere Abschreibungen von bis zu 9 Mrd CHF. Credit Suisse (-1,4% auf 52 CHF) geben im Schlepptau der UBS ebenfalls nach, während sich Julius Bär (gehalten bei 67 CHF) widersetzen.


Swiss Re (-0,8% auf 65,10 CHF) und Givaudan (+0,5% auf 860,50 CHF) tendieren vor den morgen Dienstag anstehenden Semesterzahlen uneinheitlich. Die von der Münchener Rück vor zehn Tagen ausgesprochene Gewinnwarnungen dürfte zwar inzwischen abgearbeitet sein, hiess es im Handel. Nichts desto trotz übten sich die Anleger in Swiss Re in Zurückhaltung. Grosse Abgaben sind bei konjunktursensitiven Aktien wie etwa Swatch (-3% auf 237,70 CHF), Richemont (-3,2% auf 61,05 CHF), Holcim (-2,5% auf 72,90 CHF) oder ABB (-3,1% auf 26,98 CHF) zu beobachten. Händler berichten von teilweise aggressiven Abgaben aus dem Ausland in ABB – konkrete Gründe seien allerdings nicht auszumachen.


Dem Schweizer Aktienmarkt halten die beiden Schwergewichte Nestlé (+0,8% auf 46,46 CHF) und Novartis (+1,0% auf 63,05 CHF) die Stange. Nestlé profitiere neben Vorschusslorbeeren auf die Halbjahreszahlen vom Donnerstag auch von seinem defensiven Renommee, hiess es. Novartis hat für Single-Pill-Kombinationen mit Diovan HTC und Exforge von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung erhalten und notieren knapp vor einem neuem Jahreshoch. Roche fallen hingegen um 0,8% auf 192,70 CHF zurück.


Zu den wenigen Gewinnern als dem SLI gehören Petroplus (+4% auf 44,24 CHF), die erneut von guten Nachrichten aus der Branche profitieren und Actelion (+1,9% auf 58,45 CHF). Neben einer erweiterten Zulassung für den Hauptumsatzträger Tracleer stützten auch neu aufgeflammte Übernahmephantasien den Titel. Neben Roche und Pfizer werde inzwischen auch GlaxoSmithKline und Sanofi-Aventis ein Interesse an Actelion nachgesagt. Im breiten Markt profitieren Dufry (+0,8%) von positiven CEO-Aussagen aus der Presse. Julian Diaz rechnet für die Dufry-Läden bis 2010 mit einer Verdoppelung der potentiellen Kundenzahl.


Von Roll ist auf Kurs, dennoch verliert die Aktie 2,1%. Die Gruppe hat heute Morgen nach Ansicht von Händlern gute Halbjahreszahlen präsentiert. Als Enttäuschung aufgenommen werde aber, dass das Unternehmen keine Zukäufe vermelden konnte. AFG fallen vor den Halbjahreszahlen von Dienstag um 2% zurück. Analysten erwarten aufgrund eines Nachfragerückgangs in den Absatzmärkten des Unternehmens und stark angestiegenen Rohmaterialpreisen mit schwachen Zahlen. Gerüchtehalber drohe eine Reduktion der firmeneigenen Margenprognose. (awp/mc/ps/22)

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