CH-Verlauf: Weiter freundlich – US-Fed-Entscheid beflügelt

Die dortigen Währungshüter wollen u.a. in den kommenden sechs Monaten US-Staatsanleihen für bis zu 300 Mrd USD und weitere mit Hypotheken unterlegte Wertpapiere zurückkaufen.


Dies habe zu einem Rally an den US-Märkten geführt, das sich nun auf die europäischen Märkte übertrage, heisst es in Handelskreisen. Ob die Gewinne über den Tag gehalten werden können, wird sich mit der Eröffnung der US-Börsen am Nachmittag zeigen. So sind diverse US-Makrodaten angesagt (u.a. Erstanträge Arbeitslosenhilfe, Index Frühindikatoren, Philadelphia-Fed-Index), welche die Märkte in die eine oder andere Richtung beeinflussen könnten.


Das Blue Chips Barometer SMI steht um die Mittagszeit 48,95 Punkte bzw. 1,02% höher auf dem Stand von 4’832,27 Zählern (Tageshoch aktuell 4’880). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) avanciert derweil gar 2,08% auf 691,81 Punkte, der breite Markt (SPI) 1,01% auf 4’059,12.


Vor allem die Banken- und Versicherungswerte profitieren von den Ankündigungen aus den USA und führen – in wechselnder Konstellation – das hiesige Tableau an. Derzeitiger Spitzenreiter sind die Titel von ZFS mit einem Plus von 10,7% auf 171,60 CHF. Aber auch Swiss Re (+9,7%), CS (+8,0%), UBS (+6,4%), Baloise (+5,8%) oder Swiss Life (+4,6%) können mit deutlichen Avancen aufwarten.


«Die Fed-Massnahmen erklären die kräftigen Kursgewinne der Finanzwerte gestern an der Wall Street und heute in Europa», sagte ein Händler. Am Mittwoch hatten die US-Banken im Durchschnitt um 11,9% angezogen, für Vollversicherer war es im Mittel um 34,3% nach oben gegangen. Der Index der Lebensversicherer war um 18,7% gestiegen.


Trotz schwacher Februar-Uhrenexporte (real -22,4%) legen auch die Aktien von Swatch 3,7% auf 144,80 CHF zu. Das Management hatte sich am Mittwoch anlässlich der Bilanzmedienkonferenz positiv zum Geschäftsgang geäussert, was heute noch nachwirken dürfte. Richemont, die zu Beginn der Sitzung noch am Tabellenende zu finden waren, haben bis zur Mittagszeit aufgeholt und avancieren derzeit 2,5% auf 17,82 CHF.


Zu den grössten Gewinnern aus den anderen Sektoren gehören Clariant (+2,4% auf 4,34 CHF). Der Spezialitätenchemiekonzern separiert auf Ende Jahr die drei Geschäftseinheiten Papier-, Textil- und Leder in operativ eigenständige Bereiche, was von Analysten als ein Schritt in die richtige Richtung bezeichnet wurde.


Dass der SMI nicht stärker im Plus liegt, ist den defensiven Pharmatiteln zuzuschreiben. Roche (-0,4% auf 144,30 CHF) werden von den News, dass der Pharmakonzern bei der europäischen Zulassungsbehörde EMEA den Antrag auf die Zulassung von Tarceva als Erstlinienbehandlung bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs eingereicht hat, nicht beflügelt. Und Novartis (-1,7% auf 42,88 CHF) sind gar trotz positiver Studienresultate für Glivec am Ende der SMI/SLI-Tabelle zu finden. Die Meldung, dass Pfizer sein Generika-Geschäft ausbauen will, dürfte auf den Kurs drücken. Auch das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé steht mit -1,1% auf 36,26 CHF im Minus.


Der Fokus der Anleger liegt am Donnerstag aber für einmal auch verstärkt auf dem breiten Markt, haben doch diverse Firmen ihre Zahlen 2008 oder einen Ausblick 2009 präsentiert. Kuoni gehört dazu, die Aktie verliert 1,5%, phasenweise war das Minus allerdings deutlich höher. Der Reisekonzern hat beim Buchungsstand per Mitte März einen Einbruch zum Vorjahr von 24% zu beklagen.


Zu den Verlierern nach Zahlen gehören auch u-blox (-2,6%) oder Bucher (-1,0%). Positive Reaktionen auf die News gibt es dafür beim Finanzbroker CFT, dessen Aktie 8,4% zulegt. Aber auch BKW (+1,5%), Flughafen Zürich (+1,3%) oder BEKB (+0,2%) können sich nach Zahlen positiv in Szene setzen.


Georg Fischer verlieren 0,5%, nachdem das Management anlässlich der gestrigen Generalversammlung wegen der Rezession von weiteren möglichen Anpassungen gesprochen hat. (awp/mc/pg/19)

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