CH-Vorbörse: Leicht höher – Wenig Impulse

Die Wall Street hat am Freitag nach dem Handelsschluss in Europa etwas zugelegt, und die US-Index-Futures ziehen am Morgen bei uneinheitlichen asiatischen Märkten weiter an.


Kaum grossen Einfluss auf das Marktgeschehen dürfte gemäss Händlern dagegen das G20-Meeting vom Wochenende haben. Die Staats- und Regierungschefs hätten sich zwar auf Ziele bei der Defizitreduzierung einigen können. Diese seien aber weder verpflichtend, noch könne kurzfristig beurteilt werden, ob diese erreicht würden, hiess es. Schärfere Spielregeln für Banken kommen ausserdem frühestens im Herbst: Die Entscheidung zur Reform des weltweiten Finanzsystems wurde auf den nächsten Gipfel in Seoul im November vertagt.


Um 08.25 Uhr steigt der vorbörslich von Clariden Leu berechnete SMI um 0,13% auf 6’283,39 Punkte.


Nach Einschätzung aus dem Handel könnte der Bankensektor sein am Freitag begonnenes, teilweises Erleichterungsrally zu Wochenbeginn fortsetzen. Begründet wird dies mit der Einigung bei der Bankenregulierung in den USA. Diese sei insgesamt nicht so strikt ausgefallen wie im Vorfeld befürchtet. So seien die beiden entscheidenden Punkte deutlich abgeschwächt worden, nämlich die Volcker-Rule, die den Banken den Eigenhandel komplett untersagen will, sowie die Trennung vom lukrativen Swap-Geschäft.


CS notieren denn auch vorbörslich 0,2% im Plus, UBS immerhin noch 0,03%. Einem stärkeren Anstieg steht möglicherweise eine Kurszielsenkung durch Morgan Stanley für die beiden Grossbanken entgegen, wobei beide weiterhin mit «Übergewichten» eingestuft werden.


Die drei grosskapitalisierten Werte Nestlé, Novartis und Roche werden vorbörslich ebenfalls leicht höher gestellt. Letztere konnte am Wochenende positive Studienresultate zu ihrem Medikament Taspoglutid zur Behandlung von Typ-2-Diabetes vermelden. Dabei handelt es sich um 5 Phase-III-Studien über 24 Wochen, bei der das einmal wöchentlich einzunehmende Medikament besser abgeschnitten hat als Konkurrenzprodukte.


ABB (+0,1%) ist weiter auf Einkaufstour und prüft zusätzliche Übernahmeobjekte. «Wir analysieren grössere Dossiers sowie kleinere in den einzelnen Divisionen, da gibt es noch viele Möglichkeiten», sagte CFO Michel Demaré im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft».


Ansonsten sind kaum kursrelevante News vorhanden, auch im Bereich der Small- und Midcaps nicht. Dies dürfte erst wieder mit Beginn der Halbjahres-Berichtssaison ab Mitte Juli ändern. (awp/mc/pg/08)

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