China steigt mit drei Milliarden Dollar bei Blackstone ein

Der Einstieg der Chinesen bei Blackstone erfolgt gleichzeitig mit dem geplanten Börsengang des New Yorker Finanzinvestors Blackstone will bei seinem Börsengang 133,3 Millionen Anteile zu Preisen zwischen 29 und 31 Dollar je Stück zum Verkauf anbieten. Ausserdem erhalten die den Börsengang begleitenden Firmen die Möglichkeit, zusätzlich bis zu 20 Millionen Blackstone-Anteile zu kaufen, so dass insgesamt bis zu 153,3 Millionen Anteile angeboten werden. Als Gesamteinnahme erwartet Blackstone maximal 4,75 Milliarden Dollar. Dies hat Blackstone am Montag in Unterlagen bekannt gegeben, die bei der amerikanischen Wertpapier- und Börsenbehörde SEC eingereicht wurden. Der Gesamtwert der Investmentfirma wird von Marktexperten auf rund 40 Milliarden Dollar geschätzt. Einschliesslich der Beteiligung der Chinesen erhält Blackstone somit maximal rund 7,75 Milliarden Dollar.


Währungsreserven von 1,2 Billionen Dollar
China hatte vor einigen Wochen angekündigt, dass das Land einen Teil seiner gewaltigen Währungsreserven von 1,2 Billionen Dollar in lukrativeren Investments anlegen will. Dafür bildet Peking die State Investment Company, die diese Anlagen vornehmen soll. Bisher liegt der grösste Teil der chinesischen Währungsreserven in US- Regierungsanleihen und ähnlichen Investments. Für Blackstone verspricht die Beteiligung der Chinesen voraussichtlich bessere Chancen bei zukünftigen Deals mit chinesischen Unternehmen.


Blackstone-Beteiligung bei unter zehn Prozent halten
Die chinesische Firma soll parallel zu dem Blackstone-Börsengang nicht-stimmberechtigte Blackstone-Anteile erhalten. Der Kaufpreis soll bei 95,5 Prozent des Emissionspreises der Blackstone-Aktien beim geplanten Börsengang liegen. Die State Investment Company hat sich bereit erklärt, ihre Blackstone-Anteile mindesten vier Jahre lang zu halten. Sie will ihre Blackstone-Beteiligung bei unter zehn Prozent halten. Damit entfallen nach Darstellung amerikanischer Fachleute behördliche Prüfungen in den USA.


Stephen A. Schwarzman – neuer Wall-Street-König
Lou Jiwei, der Leiter der Arbeitsgruppe der chinesischen Firma, hob hervor, dass Blackstone das erste Investment der Gesellschaft sei. Blackstone-Chef und -gründer Stephen A. Schwarzman – er wird als neuer Wall-Street-König gefeiert – begrüsste die Beteiligung der chinesischen Gesellschaft. Es sei eine wichtige Transaktion für beide Unternehmen. Blackstone hat gegenw ärtig 88,4 Milliarden Dollar Vermögenswerte unter Verwaltung. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr 2,3 Milliarden Dollar verdient. Die Gesellschaft hat nur 770 Mitarbeiter. Sie ist an dutzenden Unternehmen in aller Welt beteiligt oder kontrolliert sie vollständig. Blackstone verfügt auch über Hedge- Fonds und Immobilienanlagen. Die Gesellschaft hatte kürzlich – einschliesslich Schuldenübernahme – 39 Milliarden Dollar für die grösste US-Büroimmobilienfirma Equity Office Properties gezahlt. Vor einigen Jahren hatte Blackstone die deutsche Chemie-Gesellschaft Celanese übernommen und hatte sich vor wenigen Tagen wieder endgültig von Celanese getrennt. (awp/mc/gh)

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