Ciba im 1. Halbjahr nach Goodwill-Abschreibungen mit hohem Verlust

«Die Halbjahresergebnisse waren zweifellos enttäuschend», lässt sich Ciba-CEO Brendan Cummins in einer Mitteilung zitieren. «Die Margen kamen durch stark gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, die allein im zweiten Quartal um 10% gestiegen sind, immens unter Druck. Besonders stark war der Anstieg im April und Mai. Ab Mitte Juni gelang es uns jedoch, die höheren Kosten mit Verkaufspreiserhöhungen zu kompensieren; weitere signifikante Preiserhöhungen setzten sich auch im Juli durch», so Cummins weiter.


Umsatz in lokalen Währungen stabil
Der Umsatz des ersten Semesters 2008 war in lokalen Währungen mit 3’088 (VJ 3’308) Mio CHF stabil und sank in Schweizer Franken um 7%. Der EBIT vor Restrukturierung betrug 161 (273) Mio CHF, entsprechend einer Marge von 5,2 (8,2)%. Nach Sonderbelastung stellte sich einen EBIT-Verlust von 477 Mio CHF ein.


Akquisitionen in Coating Effects geplant
Ferner plane Ciba ein Joint-Venture im Segment Plastic Additives sowie Akquisitionen in Coating Effects, um die Marktpositionen seiner Kerngeschäfte zu stärken. Details dazu würden in den kommenden Wochen bekanntgegeben, verspricht Ciba.


Neues Geschäftsmodell
Ciba gibt sich nach den jüngsten Erfahrungen ein neues, industriefokussiertes Geschäftsmodell. Ab dem 1. Januar 2009 sollen industriefokussierte Geschäftseinheiten die sechs Kernkompetenzen des Konzerns noch effektiver ausschöpfen und neues Marktpotenzial mit höheren Margen entwickeln.


Prüfung strategischer Optionen
Ciba prüft für zwei Bereiche strategische Optionen, und zwar für das Papiergeschäft und für das Druckgeschäft. Die Marktdynamik in der Papierindustrie habe sich in den letzten drei Jahren stark verändert; die strukturelle Verlagerung des Wachstums nach Asien sowie massiv gestiegene Rohstoffkosten hätten das ohnehin bereits schwierige Geschäftsumfeld zusätzlich belastet, heisst es in der Mitteilung vom Dienstag. Trotz Umsetzung eines neuen Geschäftsmodells 2007 sei es aber nicht gelungen, den «schwierigen Marktbedingungen hinreichend entgegenzuwirken und ein zufriedenstellendes Margenniveau zu erreichen». Der Verwaltungsrat von Ciba habe nun entschieden, strategische Optionen zu prüfen, um eine Stärkung und nachhaltige Zukunft des Geschäfts sicherzustellen, heisst es.


Druckfarbengeschäft mit unbefriedigender Performance
Für das Druckfarbengeschäft werden ebenfalls strategische Optionen evaluiert. Trotz Turnaround-Massnahmen im Druckfarbengeschäft in den letzten Jahren habe die Performance nicht entsprechend den Erwartungen des Konzerns gesteigert werden können. Ciba prüfe nun strategische Optionen für die Zukunft des Geschäfts, heisst es, und setze alles daran, «in den kommenden Monaten eine optimale Lösung zu finden».


Aussichten fürs Gesamtjahr
Ciba erwartet unter der Annahme, dass die gegenwärtigen Marktbedingungen bis Ende Jahr anhalten, für 2008 eine Verbesserung des Umsatzes in lokaler Währung gegenüber dem Vorjahr. Der Konzern geht davon aus, dass der im ersten Quartal kommunizierte Ausblick auf Profitabilitätslevel erreicht werden kann. Diese Einschätzung stützt sich auf die Verbesserung der Margen aufgrund von erwarteten Verkaufspreiserhöhungen, die sich im zweiten Semester auswirken werden. Daraus ergebe sich ein um rund 15% niedrigerer Betriebsgewinn vor Restrukturierung gegenüber 2007 und ein Free Cash Flow auf Vorjahresniveau.


Der Ausblick berücksichtige die geänderten Annahmen für die Rohstoffkosten und die Wechselkurse. Für den Fall, dass sich das wirtschaftliche Umfeld jedoch weiter verschlechtere, könnten die Ergebnisse schwächer ausfallen, als zum jetzigen Zeitpunkt erwartet, schreibt der Konzern in der Mitteilung zum vorzeitig veröffentlichten Halbjahresabschluss vom Dienstag. (awp/mc/pg/04)

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