Citigroup einigt sich mit US-Staatsanwalt – UBS «ein anderer Fall»

Dies teilte die US-Börsenaufsicht SEC, die Citigroup und der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo übereinstimmend mit.


7,3 Mrd USD zahlen
Citigroup Inc wird nach eigenen Angaben rund 7,3 Mrd USD zahlen, um die Anleihen bis zum 5. November zurückzukaufen. Ausserdem wurden Geldbussen von 100 Mio USD an die Behörden vereinbart. Damit geht die Finanzgruppe einer Untersuchung aus dem Weg, bei der die Praxis auf dem 330 Mrd USD schweren Markt für ARS geprüft werden sollte. Dieser ist seit dem Frühjahr quasi zum Erliegen gekommen.


Gross angelegte Untersuchung des Marktes für ARS
Die jetzt getroffene Vereinbarung geht zurück auf eine gross angelegte Untersuchung des Marktes für ARS. Cuomo hat 30 Gesellschaften und 100 Personen vorgeladen, um die Mechanismen des Marktsegments aufzuklären. Unter anderem wurden Vorladungen an die Deutsche Bank AG, UBS AG, Merrill Lynch & Co, J.P Morgan Chase & Co und die Goldman Sachs Group Inc verschickt.


Übereinkunft könnte Weg frei machen
Eine Übereinkunft zwischen der Citigroup und den Regulierungsbehörden könnte auch für andere Institute den Weg zu einer Einigung frei machen. Zwei Tochtergesellschaften der UBS AG sind ebenfalls von Cuomo wegen ihres Verhaltens im ARS-Markt verklagt worden. Mitarbeiter der Bank sollen ARS verkauft haben, während sie diese den Kunden noch als sichere Geldanlage angepriesen hätten.


Einigungen, die den jeweiligen Umständen angemessen seien
Auf andere Finanzinstitute angesprochen sagte Cuomo, man erreiche Einigungen, die den jeweiligen Umständen angemessen seien. Das Abkommen mit Citigroup passe zu dem speziellen Sachverhalt. «Die UBS wird ein anderer Fall sein», so der Staatsanwalt. Eine Sprecherin der UBS erklärte indes am Donnerstagnachmittag auf Anfrage von AWP, das Institut arbeite intensiv mit den Behörden zusammen, um eine Lösung zu finden.


Androhung
Andrew Cuomo hatte vergangene Woche angedroht, die Citigroup wegen mutmasslichen Betrugs beim Marketing und Verkauf von ARS zu verklagen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat die Bank ihre Kunden mit der Angabe, die ARS seien sicher und liquide, irregeführt. Die Bank habe den Verkauf von ARS vorangetrieben, dabei aber nicht auf die Instabilität des Marktes hingewiesen.


Anleihen mit einer kurzfristigen Komponente
ARS sind langfristige Anleihen mit einer kurzfristigen Komponente. Die Zinsraten werden täglich, wöchentlich oder monatlich in Auktionen ermittelt. Üblich sind 30 Jahre Laufzeit, aber auch 5 Jahre oder eine unendliche Dauer sind möglich. Im Februar schlugen einige Auktionen fehl und trieben die Zinsen für Emittenten wie Kommunen, Studienkreditgeber und Kultureinrichtungen in die Höhe. Durch den Marktzusammenbruch blieben Anleger zudem auf ihren Papieren sitzen.


Im Sinne des Anlegerschutzes
Cuomo wertete die Vereinbarung am Berichtstag als positiv im Sinne des Anlegerschutzes. «Die heutige Vereinbarung sendet ein überwältigendes Signal an alle Anbieter von ARS. Diese Art irreführenden Verhaltens wird nicht toleriert und wir werden aktiv für die Interessen der Anleger dagegen vorgehen», sagte Cuomo.


ARS von rund 38’000 Anlegern
Die Citigroup verpflichtet sich demnach, ARS von rund 38’000 Anlegern zum Einstandspreis wieder abzunehmen. Der Rückkauf wird für einen Zeitraum von 90 Tagen offeriert. Bevor nicht alle diese Papiere liquidiert sind, darf Citigroup ihre eigenen gehaltenen ARS nicht auflösen. Zudem wurde vereinbart, dass die Bank ihr «Bestmögliches» zur Auflösung der ARS im Wert von rund 12 Mrd USD tun werde, die sie an Pensionsfonds und institutionelle Anleger verkauft hat.


Rückkaufspreis bei rund 500 Mio USD
Das Finanzinstitut erwartet durch den Rückkauf der Papiere einen «geringfügigen» Einfluss auf sein Ergebnis. Es schätzt, dass die Differenz zwischen Marktwert und Rückkaufspreis bei rund 500 Mio USD auf Vorsteuerbasis liege. Der exakte Wert hänge von der Zahl der erworbenen Papiere und dem bei Rückgabe massgeblichen Marktwert ab. (awp/mc/gh/02)

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