ComCom-Chef: «Glasfasernetz kostet höchstens 20% mehr»

Dies im Vergleich zum Einsatz einer einzigen Faser bis zum Kunden. Sunrise, die Mehrkosten von zwei bis drei Mrd CHF anführt, habe sich verrechnet, erklärte der Telekom-Regulator weiter. «Da hat sich Christoph Brand um Faktor 2 oder 3 verschätzt. Wir haben das mit der Swisscom nachgerechnet», hiess es. Marktführer Swisscom hatte sich – anders als Sunrise – bei den Verhandlungen der Telekombranche für das Mehrfasermodell eingesetzt und war dabei früher selbst davon ausgegangen, dass der Einsatz mehrerer Fasern prozentual bis zu 30% teurer werden könnte.


«Swisscom muss kräftig investieren»
Er gehe nicht davon aus, dass die Kunden die höheren Baukosten tragen müssten, so Furrer weiter. Das Modell führe zu mehr Wettbewerb auf allen Ebenen, was auch tiefere Preise für die Kunden zur Folge habe. «Ich glaube, diese beiden Effekte werden sich aufwiegen.» Die Swisscom wolle mit dem Mehrfasermodell verhindern, sich von der Infrastruktur eines anderen Akteurs abhängig zu machen. Dafür müsse sie nun «kräftig investieren», sagte der ComCom-Chef. Alternative Anbieter wiederum bekämen Zugang, ohne selbst für den Ausbau zahlen zu müssen.


Glasfasernetz bislang vom Kartellrecht ausgenommen
Eher schwierig ist die Situation nach Einschätzung Furrers für die Elektrizitätswerke. «Den meisten geht es nicht in erster Linie darum, einen kurzfristigen Gewinn zu machen», erklärte er. Allerdings brächten ihnen die Glasfasernetze auch Synergien im Kerngeschäft – etwa bei der Steuerung ihres Stromnetzes und eine bessere Nutzung der bestehenden Kabelkanäle. Der Zeitpunkt für eine Regulierung des Glasfasernetzes sei noch zu früh, so Furrer weiter. Aber es brauche Möglichkeiten, um gegen wettbewerbswidriges Verhalten vorzugehen. «Im Moment können wir nur bei einer marktbeherrschenden Stellung auf dem Kupferkabel eingreifen, also auf einer Technologie von früher. Das müssen wir korrigieren.»


Mobilfunkfrequenzen werden 2010 zur Versteigerung angeboten
Gleich eine ganze Palette von Mobilfunkfrequenzen wird nächstes Jahr in der Schweiz an einer Versteigerung angeboten. Damit könnten neue Betreiber in den Markt eintreten. Bestehende Anbieter haben die Möglichkeit, ihr Netz zu vergrössern. Mit der frühzeitigen Vergabe der Frequenzen solle den Marktteilnehmern eine langfristige Planungsperspektive geboten werden, schreibt die Eidg. Kommunikationskommission (ComCom) am Montag in einer Medienmitteilung. Die laufenden GSM-Konzessionen laufen Ende 2013 aus, die UMTS-Konzessionen 2016.


BAK bereitet Ausschreibungsunterlagen und Auktionsdesign vor
Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) wird zuhanden der ComCom die Ausschreibungsunterlagen und das Auktionsdesign vorbereiten, schreibt die Kommission weiter. Auf dieser Grundlage wird das weitere Vorgehen festgelegt und im Laufe des Jahres 2010 die Ausschreibung eröffnen. Sie steht allen Interessierten offen. (awp/mc/ps/10)

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