Credit Suisse Q2: Reingewinn 3’189 Millionen Franken

Das Kernergebnis (Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit vor Steuern auf Basis des Kerngeschäfts) erhöhte sich auf 4’086 Mio CHF verglichen mit 3’576 Mio CHF im ersten Quartal, wie das Institut am Donnerstag mitteilte.

Erfreuliche Botschaften
Die Credit Suisse Group hat die Marktteilnehmer anlässlich der Veröffentlichung der Resultate für das zweite Quartal 2007 mit zwei erfreulichen Botschaften versorgt. Zum einen arbeitet die Bank profitabler, als von den Analysten erwartet, zum andern scheinen aus der amerikanischen Subprime-Kirse für das Institut keine grösseren Ausfälle zu resultieren.

Subprime-Exposure verringert
Neben den reinen Ergebniszahlen, die die Prognosen deutlich übertrafen, interessierten anlässlich der Berichterstattung zum zweiten Quartal Aussagen des CS-Managements zum Engagement der Bank im US-Subprime-Markt. Gemäss Paul Calello, CEO des Investment Banking, hat die Schweizer Grossbank bereits im vierten Quartal 2006 diesbezüglich das Risiko verringert. Im zweiten Quartal 2007 sei das Geschäftsfeld für die CS daher noch immer profitabel gewesen, ergänzte CEO des Investment Banking. Calello erwartet, dass die Krise in den USA keine signifikanten Auswirkungen auf die CS haben wird. Dafür ist das Subprime-Geschäft, das gemäss CFO Renato Fassbind 1% der Konzern- respektive 2% der Einnahmen des Investment Bankings ausmacht, auch zu klein. Fassbind sieht auch keine Notwendigkeit, Rückstellungen vorzunehmen.

Langfristige Perspektiven: Optimistisch
Die langfristigen Perspektiven für den gesamten Konzern bewertet der neue CEO Brady Dougan insgesamt optimistisch. Die CS sei gut aufgestellt, um über den Marktzyklus signifikanten Mehrwert für die Aktionäre zu generieren. In der kurzfristigen Perspektive, nämlich für das Gesamtjahr 2007, gab sich Dougan allerdings noch einsilbiger, als der diesbezüglich ebenfalls wenig auskunfsfreudige Vorgänger Oswald Grübel. Ob die CS das von Grübel kommunizierte Ziel, im laufenden Jahr einen Reingewinn von über 8,2 Mrd CHF zu erwirtschaften, erreichen wird, wollte Dougan weder bestätigen noch dementieren.

Ziele in allen drei Bereichen erreicht
«Glücklich» sei er hingegen, dass die Grossbank im zweiten Quartal die relativen Zielgrössen erreicht hat. So befinden sich alle drei Geschäftseinheiten bezüglich Vorsteuergewinnmargen auf Zielkurs. Die Credit Suisse haben ein «ausgezeichnetes Quartal» hinter sich, in dem die Bank den Reingewinn auf 3`189 Mio CHF von 2`729 Mio CHF im ersten Quartal steigerte. Im Schnitt hatten die Analysten lediglich mit einem Reingewinn von 2`311 Mio CHF gerechnet.

Investment Banking: Rekordergebnis vor Steuern
Zu glänzen vermochte insbesondere das Investment Banking, das mit 2`502 Mio CHF (+26% gegenüber dem Vorquartal) ein neues Rekordergebnis vor Steuern erzielte. Alle wichtigen Tätigkeitsfelder haben gemäss der CS einen Beitrag dazu geleistet. Im Vergleich mit dem Vorquartal 2007 entwickelte sich einzig das Debt underwriting rückläufig. Die Erlöse sanken dort um 2% auf 713 Mio CHF. Die Investment Bank erzielte eine auf 33,2% von 30,2% im Vorquartal gestiegene Vorsteuer-Gewinnmarge, womit das Ziel von über 30% erreicht wurde.

Wealth Management: Vorsteuergewinn von 1’001 Mio CHF
Das Wealth Management (WM), das neben dem Corporate & Retail Banking zum Private Banking gehört, steuerte einen Vorsteuergewinn von 1`001 Mio CHF bei (+1% ggü VQ). Die Vorsteuergewinnmarge betrug 42,0%, womit das Ziel von über 40% erreicht wurde. Das WM zog Netto-Neugelder in Höhe von 13,3 Mrd CHF, was einer annualisierten Zuwachsrate von 6,5% entspricht. Das Corporate und Retail Banking verbuchte dagegen wegen des Abgangs eines Mandates einen Vermögensabfluss von 4,4 Mrd CHF.

Asset Management: Restrukturierungsmassnahmen tragen Früchte
Im Asset Management zeigte die CS, dass die im letzten Jahr eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen Früchte tragen. Der Vorsteuergewinn verbesserte sich gegenüber dem ersten Quartal um 16% auf 299 Mio CHF. Die Gewinnmarge vor Steuern betrug 35,1% nach 33,1% im ersten Quartal, womit das Ziel einer Gewinnmarge vor Steuern von über 35% ebenfalls erreicht wurde. Das Asset Management verbuchte einen Nettoneugeldzufluss von 20,4 Mrd CHF. Der Konzern insgesamt wies einen Nettoneugeldzufluss von 27,6 Mrd CHF aus und verwaltete per Ende Juni Vermögen im Umfang von 1`629 Mrd CHF, was einer Zunahme von 5,0% gegenüber dem 31. März 2007 entspricht.

Mittelstandsinitiative lanciert
Der neue CEO der Credit Suisse ist überzeugt, dass diese Fortschritte nur dank des Anfang 2006 umgesetzten Modells einer Integrierten Bank möglich waren. Es gelte nun, die CS auf das nächst höhere Niveau zu heben. Dabei soll die Kooperation der drei Bereiche und die Betreuung der Kunden noch weiter verbessert werden. Dazu lanciert die CS unter anderem auch eine globale Mittelstandsinitiative.

CS-Valoren gewinnen 1,8 Prozent
Die Aussagen der CS stiessen bei den Marktteilnehmern offensichtlich auf offene Ohren. Die CS-Valoren gewinnen bis gegen 14.30 Uhr 1,8% auf 81,40 CHF. Die Titel des Branchennachbarn UBS notieren derweilen auf 66,70 CHF (-1,3%), während der Gesamtmarkt (SMI) 0,75% auf 8`819,2 Punkte nachgibt. (awp/mc/ar)

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