Crucell baut nach Übernahme der Berna Biotech in Bern 60 Stellen ab

Crucell zieht die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Bern ab und konzentriert sie am Hauptsitz im niederländischen Leiden. Damit soll die Effizienz bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung gesteigert werden, wie die Biotechfirma am Montagabend mitteilte.


Die Stellen würden bis Ende Januar 2007 abgebaut, sagte Crucell-Pressesprecher Paul Vermeij auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Es bestehe ein Sozialplan. Vom Stellenabbau betroffen seien teilweise hochqualifizierte Stellen. Die Belegschaft in Bern sei am Montag über die Strategie von Crucell informiert worden. Dabei sei unterstrichen worden, dass Berna Biotech und Crucell sehr gut zusammen passten. Die Produkte von Berna Biotech seien wichtig für Crucell, sagte Vermeij.


Folgen der Einstellung von „Aerugen“-Studien
Nachdem die klinischen Studien mit „Aerugen“ – dem erhofften Impfstoff für Patienten mit zystischer Fibrose – im Juli dieses Jahres eingestellt worden seien, gebe es nur noch wenige Projekte, deren Entwicklung von Bern aus unterstützt werden müssten. Der Stellenabbau habe einzig damit zu tun, dass die betroffene Gruppe an einem Produkt gearbeitet habe, das nun keine Zukunft habe. Vermeij sprach damit auf die eingestellten „Aerugen“-Studien an. In der Schweizer Crucell-Niederlassung in Bern werden indes auch künftig die Herstellung von Impfstoffen, die Betreuung von Zulassungsverfahren, die klinische Entwicklung und das Marketing zusammengefasst.


Warnende Stimmen
Die Aktionäre von Berna Biotech hatten Anfang dieses Jahres den Weg für die Übernahme durch Crucell an einer ausserordentlichen Generalversammlung frei gemacht. Die Transaktion hatte einen Gesamtwert von rund 590 Mio CHF. Allerdings gab es bereits damals warnende Stimmen. Einige Aktionäre fürchteten um den Produktionsstandort Bern und zeigten Unverständnis für die Tatsache, dass eine kleine Firma wie Crucell ein Unternehmen mit einer 107-jährigen Tradition schlucke.


Ende Dezember 2005 hatten die Verantwortlichen von Berna Biotech und Crucell vor den Medien noch versichert, mit dem Schulterschluss würden keine Stellen abgebaut, im Gegenteil. Im Rahmen der neuen Wachstumsmöglichkeiten sollten zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, hiess es damals. (awp/mc/pg)

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