CS: Konjunkturerwartungen steigen leicht auf niedrigem Niveau

Die Aussichten für die Inflation haben sich weiter verbessert. 90.4 Prozent der Experten erwarten einen Rückgang der Inflationsrate in den kommenden Monaten. Die Eintrübung der konjunkturellen Lage und der erwartete Rückgang der Inflation dürften auch die Einschätzung der Analysten bezüglich der Geldpolitik geprägt haben. Der Indikator für die kurzfristigen Zinsen sinkt um 39.3 Punkte auf -90.4 Punkte, wie die Credit Suisse (CS) am Donnerstag mitteilte.


Verschlechterte wirtschaftliche Dynamik über sechs Monate
In der aktuellen Umfrage des Schweizer Finanzmarkttests sind die Erwartungen für die Konjunktur leicht gestiegen. Mit 90.4 Prozent der Analysten prognostiziert jedoch der überwiegende Anteil noch immer eine verschlechterte wirtschaftliche Dynamik über sechs Monate. Nur knapp zwei Prozent erwarten hierbei eine Verbesserung. Der entsprechende Indikator steigt daher nur leicht um 2.6 Punkte auf -88.5 Punkte.


Aktuelle Konjunktursituation als schlechter eingeschätzt
Die aktuelle Konjunktursituation wird dagegen deutlich schlechter als im Vormonat eingeschätzt. Im Zuge der Finanzkrise werden die Auswirkungen auf die Realwirtschaft zunehmend sichtbar. Nur noch 3.8 Prozent der Finanzmarkexperten betrachten die derzeitige Lage als gut. Demgegenüber schätzen bereits 17.3 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Dynamik als schlecht ein. Mehr als drei Viertel der Befragten bewerten die Wirtschaftslage nach wie vor als normal. Der Indikator sinkt daher stark um 20.2 Punkte auf -13.5 Punkte.


Teuerungsrate rückläufig
Nach einer stetigen Erhöhung bis zur Jahresmitte ist die Teuerungsrate nicht zuletzt auf Grund des sinkenden Ölpreises nun rückläufig. Dementsprechend scheinen auch die Finanzmarktexperten Entwarnung zu geben. 90.4 Prozent von ihnen erwarten, dass sich die Inflationsrate reduzieren werde. 7.7 Prozent der Analysten prognostizieren keine mittelfristige Veränderung der derzeitigen Inflationshöhe. Der Indikator sinkt daher drastisch um 41.8 Punkte auf -88.5 Punkte.


Tiefere kurzfristige Zinsen
Als Reaktion auf die trüben wirtschaftlichen Aussichten für die nächsten Monate hat die Schweizerische Nationalbank ihr LIBOR-Band um 50 Basispunkte gesenkt. Mit 92.3 Prozent erwartet auch die überwiegende Mehrheit der Analysten eine Verringerung der kurzfristigen Zinsen. Nur 5.8 Prozent der Finanzmarktexperten rechnen mit keiner Veränderung. Der Indikator sinkt stark um 39.3 Punkte auf -90.4 Punkte.


Uneinigkeit bezüglich langfristigen Zinssätzen
Bezüglich der langfristigen Zinsen sind die Angaben weniger eindeutig. Gut die Hälfte der Analysten (51.9 Prozent) prognostiziert keine Veränderung, während 32.7 Prozent der Experten niedrigere Zinsen erwarten. 15.4 Prozent der Befragten sehen eine Erhöhung der langfristigen Zinsen voraus.


SMI enorm volatil
In den letzten Monaten zeichnete sich der Schweizer Market Index (SMI) durch eine sehr hohe Volatilität aus. Knapp die Hälfte der Analysten erwartet steigende Aktienkurse in der mittleren Frist. 14.3 Prozent der Experten prognostizieren ein weiteres Sinken der Kurse. Keine Veränderung erwarten 36.7 Prozent der Umfrageteilnehmer. Der Saldo steigt daher um 2.9 Punkte auf 34.7 Punkte.


Franken: Aufwertungstrend einstweilen gestoppt
Bezüglich des Wechselkurses hat der Aufwertungstrend des Schweizer Franken gegenüber dem Euro Ende Oktober ein vorläufiges Ende gefunden. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung gehen die Meinungen der Analysten nun auseinander. Während 36.5 Prozent von ihnen eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken vorhersehen, erwartet knapp ein Drittel der Experten eine Abwertung. 30.8 Prozent der Befragten glauben an keine Veränderung. Der Saldo sinkt stark um 36.2 Punkte auf 3.8 Punkte.


Keine klare Tendenz beim Ölpreis
Der Ölpreis verzeichnet seit Mitte des Jahres einen starken Rückgang. Ein Viertel der Analysten erwartet, dass der Preis für einen Barrel wieder steigen werde. 55.8 Prozent der Finanzmarktexperten prognostizieren keine Veränderung der derzeitigen Notierung. Für den Goldpreis erwarten jeweils 32 Prozent der Umfrageteilnehmer eine Erhöhung bzw. ein Sinken des Preises. 36 Prozent prognostizieren keine Veränderung. Der entsprechende Saldo sinkt um 15.9 Punkte auf 0 Punkte.


Weniger Gewinn und Umsatz
Auch die Einschätzungen zu der Gewinnsituation und den Umsatzrenditen haben sich im Monat November erneut verschlechtert. 93.9 Prozent der Experten gehen davon aus, dass die Gewinnsituation mittelfristig schlechter ausfällt. Nur knapp fünf Prozent halten eine Veränderung für unwahrscheinlich. Bei der Umsatzrendite halten 94 Prozent der Analysten einen Rückgang für das wahrscheinlichste Szenario, während sechs Prozent keine Veränderung voraussehen.


Artbeitslosenzahl dürfte steigen
Auch die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt werden erneut negativ eingeschätzt. Mit 90.2 Prozent erwartet der grösste Anteil der Analysten eine Erhöhung der Arbeitslosenrate. Demgegenüber prognostizieren knapp vier Prozent eine Verbesserung der Arbeitsmarktsituation. Der Saldo steigt dementsprechend um 6.3 Punkte auf 86.3 Punkte.


Sonderfrage zu Finanzkrise
Im Rahmen der Sonderfrage wurden die Finanzmarktexperten diesen Monat zu den Auswirkungen der Finanzkrise auf die Schweiz und mögliche geld- und finanzpolitische Reaktionen befragt. Ein Grossteil der Analysten (35%) erwartet grosse Auswirkungen der Finanzkrise auf die Schweizer Wirtschaft. Der Schweizerischen Nationalbank (SNB) werden jedoch nur geringe bis mittlere Möglichkeiten zur Bekämpfung der Krise eingeräumt. Rund 38% der Umfrageteilnehmer sprechen sich für staatliche Massnahmen zur Stimulierung der Realwirtschaft aus. Bevorzugt werden dabei Infrastrukturausgaben und Steuersenkungen, während Subventionen mehrheitlich abgelehnt werden. (cs/mc/ps)

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