CS: Winterthur-Verkauf an Axa verteidigt – kleinere Akquisitionen

Viele dieser Länder seien dank der hohen Rohstoff-Preise reich geworden, doch fehle ihnen das Know-how in der Vermögensverwaltung und im Investment Banking, sagte Grübel in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» vom Samstag.


Kleinere und mittlere Zukäufe
Überdies seien kleinere und mittlere Zukäufe mit einem Volumen zwischen 50 Mio und 1 bis 2 Mrd CHF denkbar. Die Credit Suisse werde aber «keine Projekte verfolgen, die unsere Gruppe fundamental verändern». Ein grosser Schritt im Geschäft mit Kleinkunden (Retail Banking) ausserhalb der Schweiz sei nicht geplant, sagte Grübel.


Nachholbedarf im US-Private Banking
Walter Kielholz, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, sieht beim Private Banking in den USA noch Nachholbedarf, wie er der «NZZ am Sonntag» erklärte. Wachstumspotenzial gebe es aber auch im Geschäft mit institutionellen Kunden
(Asset Management).


Verkauft an Versicherer Axa
Die Credit Suisse hatte die Winterthur vergangenen Mittwoch für 12,3 Mrd CHF an den französischen Versicherer Axa verkauft. Da die Hälfte des Winterthur-Kapitals bisher bereits der Bank zugerechnet wurde, fliesst dieser zusätzliches Kapital von rund 5 Mrd CHF zu. Dazu kommt ein Buchgewinn von 2 Mrd CHF.


Verkauf der Winterthur verteidigt
Grübel wie Kielholz verteidigten den Verkauf der Winterthur: Den gebotenen Preis nicht zu akzeptieren, wäre unverantwortlich gewesen. Bei einem Börsengang hätten mit Rücksicht auf die Aufnahmefähigkeit des Markts zunächst wahrscheinlich nur 30% der Winterthur veräussert werden können.


Gewinnbeitrag der Winterthur fällt weg
Grübel räumte ein, dass es für die Credit Suisse nun schwieriger werde, den per Ende 2007 angepeilten Gewinn von 8,2 Mrd CHF zu erreichen. Denn der Gewinnbeitrag der Winterthur von über 1 Mrd CHF fällt weg. «Aber das strategische Ziel, sich von der Winterthur zu trennen, hatte Vorrang», erlärte Grübel.


Zuversicht Gewinnziel zu erreichen
Kielholz ist zuversichtlicher: Gelinge es, auf dem zusätzlichen Kapital von 7 Mrd CHF die gleiche Rendite zu erwirtschaften wie bisher, werde das Gewinnziel erreicht. Er erklärte zudem, dass der Verkauf der Winterthur keinen Einfluss auf die Kader-Boni habe: Für diese zähle das operative Ergebnis und nicht die Kapitalgewinne.


Auswirkungen aufs Personal noch unklar
Unklar blieb weiterhin, wie sich der Winterthur-Verkauf auf das Personal auswirken wird. «Ich glaube, dass es in Winterthur fast ohne Entlassungen geht», erklärte Konzernchef Leonard Fischer der «SonntagsZeitung». «In der Schweiz ist das Zusammengehen mit Axa nur in geringem Mass ein Effizienzsteigerungsprogramm.»


Arbeitsplätze gehen wohl im Ausland verloren
«Bei den Auslandgesellschaften hingegen wird es zu Zusammenlegungen kommen. Da gehen wahrscheinlich mehr Arbeitsplätze verloren», sagte Fischer. Die Winterthur beschäftigt in der Schweiz rund 5900 Personen, davon rund 3000 in Winterthur.


Hervorragende Perspektiven
In der «Samstagsrundschau» von Schweizer Radio DRS zeigte sich Fischer überzeugt, dass der Standort Winterthur «langfristig und nachhaltig» gestärkt werde. Im internationalen Verbund der Axa habe die Schweizer Gesellschaft «hervorragende Perspektiven». (awp/mc/ab)

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