Das Unbehagen von Kopenhagen: Eine bequeme Lüge erweist sich als brüchiges Fundament für eine gigantische Umverteilung

Das Unbehagen von Kopenhagen: Eine bequeme Lüge erweist sich als brüchiges Fundament für eine gigantische Umverteilung

Von Helmuth Fuchs


Was führende Politiker, ein Grossteil der von politischen Institutionen und Lobbyisten finanzierten Wissenschaftler und die Massenmedien in den letzten Jahren in zunehmend hysterischem Ton propagierten, die rasante Erderwärmung durch den zunehmenden CO2-Ausstoss, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Lügengebäude. Unbestritten ist, dass der menschliche Energieverbrauch Spuren hinterlässt und teilweise zu massiver Zerstörung der Umwelt führt. Ebenfalls unbestritten ist, dass der Ausstoss von Schadstoffen wo immer möglich reduziert und die technologische Entwicklung in Richtung weniger Schadstoffausstoss vorangetrieben werden müssen. Bewundernswert ist, wie Al Gore diese komplexen Probleme auf einen einfacher Nenner brachte, den Grund allen Übels im CO2, der Ernährungsgrundlage der Pflanzenwelt, entdeckte, dafür einen Oscar und den Nobelpreis erhielt und eine weltweite Bewegung auslöste.


Das Klima war, ist und wird nie eine konstante Grösse sein
Schaut man etwas genauer hin, wird es offensichtlich, dass viele Tatsachen so hingebogen werden, dass sie sich danach politisch möglichst einfach verwerten lassen. Das Klima war, ist und wird nie eine konstante Grösse sein. Es ist deshalb absolut absurd, einen Grenzwert für eine Erwärmung in vierzig oder mehr Jahren festzulegen, wenn die Wissenschaftler nicht in der Lage sind, eine Erklärung dafür abzugeben, wieso sich das Klima, entgegen der bis vor Kopenhagen propagierten Meinung, in den letzten zehn Jahren nicht weiter erwärmt hat, sondern trotz erhöhtem CO2 -Ausstoss einfach stagniert. Al Gores im Film mit Hebebühne theatralisch inszenierter Anstieg des CO2 Verbrauchs hätte gemäss seiner Logik zu einem dramatischen Temperaturanstieg führen müssen. Tat er aber aus gutem Grund nicht: Der CO2-Anstieg ist eine Folge der Erderwärmung und nicht die Ursache. Dies belegt auch die Tatsache, dass die höchste bis anhin bekannte Konzentration von CO2  in einer Eiszeit gemessen wurde. Zudem  liegt eine Reaktionszeit zwischen diesen beiden Grössen von mehreren hundert Jahren. Unbequeme klimatische Tatsachen, wie die mittelalterliche Wärmeperiode, in der auch ohne menschlichen CO2-Ausstoss das Klima wärmer war als heute, werden schlicht ausgeblendet. Ebenso die Tatsache, dass es vor 15 Millionen Jahren in Deutschland über vier Grad wärmer war als heute und Krokodile und Flusspferde in den Flüssen schwammen.


Wenn Taten keine Konsequenzen haben
Wieso kommen also Politiker mit Unterstützung führender Wissenschaftler auf die Idee, sie könnten das Klima mit einer dazu ungeeigneten Messgrösse regulieren? Auch hier ist die Antwort naheliegend und leider unschön: Weil sie es ungestraft tun können und sich damit viel Geld bewegen lässt. Das Klima entwickelt sich unabhängig vom menschlichen Zutun. Klappt es und die Erwärmung stagniert (wie zur Zeit) oder steigt nicht über die zwei Grad, haben alle Alles richtig gemacht und man darf sich im Erfolg sonnen. Klappt es nicht, haben die Politiker ja schon zu Beginn gesagt, dass man mehr hätte machen und früher damit hätte beginnen müssen. Ihr Tun hat in keinem Falle irgendwelche Konsequenzen, da sie in zehn oder vierzig Jahren auch nicht mehr in der Verantwortung stehen. Mit der drohenden Klimaerwärmung in den kommenden Jahrzehnten lassen sich aber schon heute Milliarden bewegen und umverteilen. Börsianer haben das schon gemerkt und einen Zertifikatehandel etabliert. Hier können sich Umweltsünder die Absolution in Form von Zertifikaten holen. Wie nicht anders zu erwarten, gibt es auch hier schon die ersten Betrugsfälle in Millionenhöhe durch Zertifikateschacher. 


Sogar unser intellektuell sonst so anspruchsvoller Umweltminister Moritz Leuenberger scheitert an der Berechnung seiner Energiebilanz. Seine medial inszenierte Zugsreise nach Kopenhagen entpuppte sich als Flopp, da er, wie er selbst zugeben musste, mit dem Bus energieeffizienter gereist wäre. Die Entwicklungsländer nutzen die sich bietende Gelegenheit, um sich ihre bis anhin nicht stattgefundene Entwicklung als ökologische Errungenschaft abgelten zu lassen, mit der Drohung, dass sie bei Ausbleiben von Zahlungen sofort mit einer massiven Entwicklung und dem damit verbundenen CO2-Ausstoss beginnen.


Entwicklungsrichtung der Menschheit für die kommenden Jahrzehnte
All das wäre eigentlich eine blosse Randnotiz und nicht der Erwähnung wert, wenn es hier nicht um die Entwicklungsrichtung der Menschheit für die kommenden Jahrzehnte ginge. Wollen wir wirklich so tun, als sei ein komplexes System, das Klima der Welt, mit einer dazu völlig ungeeigneten Messgrösse regulierbar? Wollen wir uns der intellektuellen Anstrengung entziehen und die Entwicklung der Gesellschaft Politikern und Wissenschaftlern überlassen, die sich nicht scheuen, die Bevölkerung bewusst anzulügen? Wir sind gefordert, unsere Umwelt den kommenden Generationen so intakt wie nur irgendwie möglich zu hinterlassen, ohne ihnen dabei die Entwicklungsmöglichkeiten zu nehmen. Deshalb genügt es nicht, eine einfache Powerpoint-Präsentation zum Weltrettungs-Masterplan aufzupumpen, Milliarden zu Bekämpfung einer einzelnen Messgrösse freizugeben, ohne genau zu definieren, was eigentlich genau damit gemacht werden soll.


Das letzte Jahrzehnt war in den Augen Vieler ein «verlorenes Jahrzehnt». Wenn jetzt die gleichen Leute mit den gleichen Methoden die nächsten 100 Jahre gestalten wollen, schauen wir einem verlorenen Jahrhundert ins Auge. Zeit also, sich den grossen Problemen auch mit grossen Anstrengungen zu widmen und sich von den einfachen Lösungen zu verabschieden. Dazu kann das Scheitern von Kopenhagen ein erster Schritt sein.

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