Das Unerwartete managen: Wie Unternehmen aus Extremsituationen lernen

Aktuell die Waldbrände in Russland, die Flutkatastrophe in Pakistan oder früher der Hurrikan Kathrina, der Tsunami in Asien, die Katastrophe der Raumfähre Columbia, Terroranschläge wie der auf das World Trade Center sind bzw. waren allesamt Ereignisse von erschütternden Ausmassen. In den meisten Organisationen nimmt das Unerwartete nicht derart tragische Dimensionen an, dennoch erleben sie laufend unangenehme Überraschungen. In einer zunehmend dynamischen und unsicheren Welt stellt sich die Frage, warum es einigen Organisationen wesentlich besser gelingt als anderen, ihre Funktionsfähigkeit und Struktur angesichts dramatischer Veränderungen zu bewahren und gestärkt aus Krisen hervorzugehen, so dass sie hinterher besser in der Lage sind, künftige Herausforderungen zu meistern.


Spitzenleistungen in fehleranfälligen Umgebungen
Es stellt sich die Frage, wie Menschen und Organisationen für Spitzenleistungen sorgen, wenn sie in Umgebungen arbeiten, in denen das Potenzial für Fehler und Katastrophen exorbitant hoch ist: Atombetriebene Flugzeugträger, Flugsicherungssysteme, Flugoperationen, Verhandlungsteams bei Geiselnahmen, medizinische Notfallteams, Atomkraftwerke oder Feuerwehreinheiten in der Wald- und Flächenbrandbekämpfung. Diese ganz unterschiedlichen Organisationen müssen eine gemeinsame Anforderung erfüllen: Sie müssen unbedingt zuverlässig funktionieren. Jeder Mangel an Zuverlässigkeit kann fatale Folgen haben.


High Reliability Organizations unter der Lupe
Um diese Frage zu beantworten untersuchten Karl E. Weick und Kathleen M. Sutcliffe intensiv in ihrem Werk „Das Unerwartete managen“ sogenannte High Reliability Organizations (HROs; Organisationen mit hoher Zuverlässigkeit ). Das sind Organisationen, die absolut zuverlässig arbeiten müssen. Fluglotsen, die NASA, Atomkraftwerke, Spezialeinheiten zur Befreiung von Geiseln, Notaufnahmen in Krankenhäusern oder Feuerwehrmannschaften. Sie haben bestimmte Handlungsabläufe entwickelt, an denen sich alle Organisationen orientieren können, um unerwartete Ereignisse und Entwicklungen besser zu verstehen und kreativ zu bewältigen.


Fünf Grundprinzipien zeigen sich bei allen HRO´s
Konzentration auf Fehler; Abneigung gegen vereinfachende Interpretationen; Sensibilität für betriebliche Abläufe; Streben nach Flexibilität; Respekt vor fachlichem Wissen und Können. Fazit: Berater und Topmanager können von den Methoden der HRO´s lernen. Aufmerksamkeit und Wachheit, die Fähigkeit Fehler zu entdecken und zu korrigieren bevor die Krise eskaliert, sind wichtige Kriterien. (schäffer-poeschel verlag/mc/ps)


Quelle
Karl E. Weick / Kathleen M. Sutcliffe, Das Unerwartete managen Wie Unternehmen aus Extremsituationen lernen 2. vollständig überarbeitete Auflage, ca. 216 S., Gebunden, Preis: EUR 29,95, ISBN 978-3-7910-2968-9 Erscheint am: 17.09.2010 im Schäffer-Poeschel Verlag.

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