Deutsche Bank mit gutem Februar

In den ersten Wochen dieses Jahres habe sich das Geschäft wesentlich besser entwickelt als von Kritikern erwartet. Mit den 2,8 Milliarden Euro im Januar lag die Bank eigenen Angaben zufolge über dem Vorjahreswert und nur unwesentlich unter dem Spitzenwert von 2007. Im Gesamtjahr 2008 sanken die Erträge wegen der Finanzkrise um mehr als 50 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro gefallen und die Bank musste einen Verlust von 3,9 Milliarden Euro ausweisen. Die Aktie der Deutschen Bank legte am Montag bis zum Mittag 1,3 Prozent zu und war damit ein er der stärksten DAX-Werte.


Eigenkapitalrendite von 25 Prozent ausgeträumt
Von einer Eigenkapitalrendite vor Steuern in Höhe von 25 Prozent als langfristiges Ziel musste sich die Deutsche Bank in der Krise verabschieden. Dies sei eine Zielsetzung aus Zeiten gewesen, als bei Banken Kapitalquoten zwischen sechs und acht Prozent üblich waren, sagte Ackermann. Nun lägen die Eigenkapitalquoten höher und das Umfeld sei schwieriger geworden. Der Deutsche-Bank-Chef hält die Messlatte aber durchaus wieder für erreichbar. Er sei «nach wie vor der Meinung, dass wir wieder 25 Prozent bei den Banken erleben werden», betonte er. «Ich wäre nicht überrascht, wenn einige schon im ersten Quartal wieder Renditen von über 20 Prozent erreichen.»


Ackermann für Staat als «letzter Retter»
Ackermann sprach sich erneut für die Rolle des Staates als «letzter Retter» der Finanzbranche in der Krise aus, fordert zugleich aber Ausstiegsszenarien. «Wenn der Staat zu lange in den Banken involviert bleibt, beeinträchtigt dies den Wettbewerb und damit die Marktwirtschaft und verändert unsere gesamte gesellschaftliche Ordnung.» Man müsse zusehen, dass niemand künstlich am Leben gehalten werde. Allerdings könne der Staat nur aussteigen, indem staatliches Kapital über den Kapitalmarkt durch privates ersetzt werde. «Das ist jedoch für eine geraume Zeit wohl nicht machbar.» Für die Deutsche Bank schliesst Ackermann Staatshilfe aus. Ein Vorteil sei, dass die Bank für die «besten Fachkräfte» weiter attraktiv bleibe.


«Langfristiger Mittelbedarf eher gering»
Für die Deutsche Bank sehe er auch in der Verzerrung des Wettbewerbs durch die Staatshilfe für andere Banken keine Gefahr. «Die Bürgschaften des Staates sind für uns kein Problem, weil wir Geld zu günstigen Konditionen am Markt beschaffen können und unser langfristiger Mittelbedarf eher gering ist», sagte er. Beim Eigenkapital könne er auch noch keine Nachteile erkennen. Er sehe aktuell auf dem Geldmarkt eine «gewisse Entspannung», sie sei aber für die einzelnen Banken differenziert zu sehen. Das Vertrauen in die Banken sei nach den Erschütterungen der zurückliegenden Monaten noch nicht wieder ausreichend zurückgekehrt.


Verstaatlichung von HRE würde Refinanzierung stabilisieren
Zur Rettung der angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE) sagte Ackermann weiteres Engagemant der Deutschen Bank zu. «Die Deutsche Bank hat zwölf Milliarden Euro zum ersten Hilfspaket beigetragen. Ohne uns wäre das nicht zustande gekommen. Wir werden unsere Verantwortung auch in Zukunft wahrnehmen», sagte der Deutsche-Bank-Chef. Die Rettung der HRE sei von grösster Bedeutung für den Finanzplatz Deutschland. Eine in den letzten Wochen viel diskutierte Vollverstaatlichung des Immobilienfinanzierers würde nach Ansicht des Deutsche-Bank-Chefs die Refinanzierung stabilisieren.


102 Milliarden Euro Garantie und Liquiditätshilfen für HRE
Die Hypo Real Estate wird derzeit über Staatsgarantien für ihre Emissionen gestützt. Da die Bank bereits im September vor dem später von der Regierung aufgespannten Rettungsschirm vor dem Aus stand, gibt es zudem ein Rettungspaket mit Beteiligung der Finanzwirtschaft. Ingesamt belaufen sich die Garantien und Liquiditätshilfen auf 102 Milliarden Euro, die grösstenteils vom Staat gestellt werden.


Deutsche Bank braucht keine «Bad Bank»
Eine «Bad Bank», die die Banken von ihren faulen Krediten befreit, hält Ackermann für einen wichtigen Schritt zur Stärkung des Finanzplatzes. Es gebe dafür aber kein perfektes Modell. «Die optimale Lastenverteilung zwischen Banken und Steuerzahler zu finden, ist natürlich immer schwer.» Die Deutsche Bank brauche eine solche Einrichtung nicht, wiederholte Ackermann frühere Aussagen.


Festhalten an zwei Standbeinen
Trotz der aktuellen Krise stehe die Deutsche Bank weiter zu ihren zwei Standbeinen. «Wir sind und bleiben eine globale Investmentbank mit einem starken Privatkundengeschäft. Das heisst eine integrierte Bank.» Das Investmentbanking sei zwar volatil, erlaube aber auch «sehr schnell wieder sehr gute Gewinne, wenn es nach oben geht». Im Privatkundengeschäft sei es schwer, die Erträge zu steigern. Zukäufe könne er sich für sein Institut vor allem im Transaction Banking vorstellen. «Das werden aber keine sehr grossen Transaktionen sein.» (awp/mc/ps/22)

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