Deutsche Börse hält an innereuropäischen Fusionsplänen fest

Das Unternehmen zieht eine rein europäische Fusion unter Einschluss der Euronext sowie der Mailänder Börse vor und hat bereits Fakten geschaffen. Wie die Börse bestätigte, hat sie mit der Borsa Italiana eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Die Aktie der Deutschen Börse reagierte auf die Meldung kaum und notierte im Abendhandel 0,2 Prozent leichter bei 127,50 Euro.

NYSE soll aussen vor bleiben
Die Deutsche Börse halte eine Mitwirkung an der geplanten Fusion zwischen Euronext und NYSE für keine Option, teilten die Frankfurter weiter mit. Vielmehr unterstütze man die Bemühungen der sogenannten Lachmann-Arbeitsgruppe um eine innereuropäische Börsenallianz inklusive Euronext. Wie in der am vergangenen Freitag unterzeichneten Absichtserklärung mit der Borsa Italiana dokumentiert, werde die Deutsche Börse diese Pläne aktiv verfolgen, hiess es. Ferner forder te die Deutsche Börse ihre Anteilseigner auf, den Lachmann-Plan zu unterstützen. Der Chef der Pariser Finanzmarktlobby Europlace, Henri Lachmann, bevorzugt eine Allianz Euronext/Deutsche Börse, in die auch der Mailänder Aktienmarkt einbezogen wird. Unterstützung erhielt er dabei von der deutschen und der französischen Regierung.


Euronext und NYSE weiter gesprächsbereit
Unterdessen haben Euronext und NYSE den Deutschen und Italienern erneut Gespräche über die Bildung eines föderalen konsolidierten europäischen Aktien-Kassamarktes angeboten. «Diese Kombination wäre vorteilhaft für Europa und würde transatlantische Synergien schaffen», hiess es. Eine vollständige Eingliederung der Deutschen Börse in das geplante Konstrukt stehe wegen deren Geschäftsmodell als Volldienstleister (Handel, Clearing, Verwahrung) jedoch nicht zur Debatte.


Fusionspläne offiziell bei der EU angemeldet
Zuvor hatte die Deutsche Börse ihre eigenen Fusionspläne mit Euronext offiziell bei der Europäischen Kommission angemeldet. Die Anmeldung geht auf einen Vorschlag vom Juni zurück, der nach Angaben der Deutschen Börse zwar nach wie vor gilt, jedoch von neueren Entwicklungen wie etwa dem geplanten gemeinsamen Vorgehen mit den Italienern eingeholt wurde. (awp/mc/gh)

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