Deutsche Börse plant massiven Stellenabbau

Ein Sprecher der Börse erklärte dazu am Donnerstag in Frankfurt: «Die Deutsche Börse AG kommentiert grundsätzlich keine Gerüchte. Das Unternehmen hat nichts bekanntzugeben.» Spekulationen, wonach die Aktivitäten zunehmend nach Prag verlagert werden sollten, wies die Börse zurück: «Wir stehen fest zur Clearstream Banking AG in Frankfurt sowie zur Clearstream Banking SA in Luxemburg und werden das deutsche wie das internationale Geschäft aus beiden Ländern fortsetzen.»


Reaktion auf schwächeren Wertpapier- und Derivatehandel
Analysten halten einen Stellenabbau in dieser Grössenordnung für durchaus denkbar, weil die Geschäfte des DAX-Konzerns nicht mehr so rund laufen wie im Rekordjahr 2008. Der Frankfurter Börsenbetreiber würde damit auf das krisenbedingt schwächere Geschäft im Wertpapier- und Derivatehandel reagieren. Das Unternehmen leidet unter mangelnder Investitionsbereitschaft vieler Anleger infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sowie zunehmendem Wettbewerb der von Banken gegründeten neuen elektronischen Handelsplattformen. Auch die jüngsten Pläne der US-Regierung zur Beschränkung des Eigenhandels stellen eine Bedrohung dar.


Börsenchef Reto Francioni hatte am Montag beim Neujahrsempfang des Konzerns in Frankfurt gesagt, die Deutsche Börse stelle sich auf ein schwieriges Jahr 2010 ein und wolle ihre Kosten weiter senken. (awp/mc/pg/29)

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