Deutschland: Arbeitslosenzahl überraschend gesunken

Die Herbstbelebung könne die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht dauerhaft aufhalten. «Insgesamt bleiben die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt weiterhin spürbar.» Die Arbeitslosenquote nahm im September um 0,3 Punkte auf 8,0 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 7,4 Prozent gelegen.


266.000 Menschen auf Jobssuche als 2008
Im September waren 266.000 Menschen mehr auf Jobsuche als vor einem Jahr. Der Anstieg erkläre sich mit der schweren Rezession, in der sich die deutsche Wirtschaft befinde, erläuterte die BA. Entlastend wirke aber zum einen die noch immer weit verbreitete Kurzarbeit – die Unternehmen zeigten im September ersten Schätzungen zufolge für rund 100.000 Mitarbeiter Kurzarbeit an. Zum anderen helfe auch das rückläufige Arbeitskräfteangebot, das im Durchschnitt des Jahres 2009 um etwa 135.000 zurückgehe.


Leicht weniger Erwerbslose im Osten
Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenzahl im September um 12.000 auf 3,461 Millionen. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 5.000, im Osten um 7.000 ab. Die Erwerbstätigkeit nahm von Juli auf August um 43.000 auf 40,19 Millionen zu. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sie sich jedoch um 156.000. Bereinigt um saisonale Einflüsse sank die Zahl der Erwerbstätigen um 4.000.


Innert Jahresfrist 102’000 Jobs verloren
Rund 27,34 Millionen Menschen hatten nach den letzten vorliegenden Daten vom Juli einen sozialversicherungspflichtigen Job – ein Rückgang von 102.000 gegenüber dem Vorjahr. Die Abnahme wird laut BA vor allem dadurch begrenzt, dass die Teilzeitbeschäftigung noch steigt, während die Vollzeitbeschäftigung deutlich rückläufig ist. Saisonbereinigt nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 5.000 ab.  Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September zum Vormonat um 125.000 auf 3.346.000 gesunken. Das waren 266.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,3 Punkte auf 8,0 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,4 Prozent gelegen.


Aufträge im Maschinenbau brechen erneut ein
Beim krisengeschüttelten deutschen Maschinenbau sind im August erneut die Aufträge weggebrochen. Die Ordereingänge schrumpften wie bereits im Juli um real 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch mit. Das Minus war im Inlandsgeschäft mit 45 Prozent noch etwas stärker als im Ausland mit minus 41 Prozent. Im Dreimonatsvergleich von Juni bis August ergab sich ein Einbruch von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dennoch schöpft die Industrie Hoffnung und sieht die Talsohle erreicht. Vor allem im Inland dürfte sich die Nachfrage bald wieder beleben, hiess es. (awp/mc/ps/15)

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