Dubai Metro: die Fakten

von Gérard Al-Fil
Gedanklich entworfen wurde die Dubai Metro bereits 1992 als Meilenstein zu mehr Mobilität und Umweltschutz in der Golfmetropole. Der erste Spatenstich für das mächtige Viadukt erfolgte im März 2005, die Jungfernfahrt wurde 12,5 Milliarden Dirham (3,57 Mrd. Franken) später in einem Festakt am 9.9.2009 um 9 Uhr am Abend aufgenommen. Die Dubai Metro, an deren Bau 30,000 Menschen beteiligt waren, soll in dem Golf-Emirat eine echte Alternative zum Auto bieten. Insbesondere der Verkehr auf der Hauptverkehrsader Sheikh Zayed Road dürfte eine spürbare Entlastung erfahren.

 

Die Metro ist Teil eines Gesamtkonzepts der örtlichen Verkehrsbehörde Dubai Roads and Transport Authority (RTA). Zu diesem Konzept zählen auch die Strassenmaut «Salik», die im Juli 2007 eingeführt wurde sowie die 201 Personenbusse der deutschen MAN AG, die seit 2008 in Dubai verkehren.


Zugdaten: Die aus japanischer Produktion stammenden, in blau-silbernen Farben lackierten Züge der Dubai Metro sind 18 Meter lang, 4 Meter hoch und 3 Meter breit. Sie können bis zu 110 Kilomter pro Stunde schnell fahren. Ein einzelner Zug umfasst bis zu 658 Passagiere. Die Züge sind imstande, maximal 23,000 Passagiere pro Stunde beförden. Das System SelTrac LS, entwickelt von der Frma Alcatel, garantiert einen Sicherheitsabstand zwischen den fahrerlosen Metro-Zügen.


Strecke: Die Dubai Metro führt auf der «Red Line» auf 35 Kilometer Länge teils unterirdisch, teils unter freiem Himmel auf einem Viadukt von der Rashidiya Station über das Terminal drei am Dubai International Airport über den Meeresarm «Creek», dann entlang der Hauptverkehrsader Sheikh Zayed Road bis zum Yachthafen-Bezirk «Dubai Marina» mit Endstation «Nakheel Harbour and Tower». Der Nakheel Tower existiert bis jetzt nur auf dem Papier. Er wurde von der gleichnamigen Firma im Oktober 2008 auf der Messe Cityscape als das höchste Gebäude der Welt vorgestellt (die Bauarbeiten ruhen derzeit aufgrund der Finanzkrise). Erwähnenswerte Zwischenstationen sind das Einkaufszentrum Deira City City und Financial Centre. Die Letztere ist insbesondere für Geschäftsleute interessant, die im Banken-Zentrum DIFC Termine haben.

 

Die Red Line wird in den nächsten Monaten von 10 auf 29 Stationen und somit auf 52,1 Kilometer bis zum Freihafen Jebel Ali erweitert. Bis 2020 soll es in dem Golfstaat Vereinigte Arabische Emirate ein Eisenbahnnetz von 320 Kilometern Länge geben.

 

Die in Bau befindliche «Green Line» wird die nördlichen Stadtteile  Al Qusais, Deira und die Altstadt am Creek mit den Bezirken am südlichen Creekufer Bur Dubai und Jedaff verbinden und nicht vor Juni 2010 in Betrieb genommen. In Planung sind auch eine «Blue Line» und eine «Purple Line».


Fahrtzeiten: Die Dubai Metro verkehrt täglich zwischen 6 Uhr in der Früh bis Mitternacht. Ausnahmeregelungen und Beschränkungen an Feiertagen existieren nicht. Zwischen den Zügen betragen die Wartezeiten zwischen 45 Sekunden und 3 Minuten.

 

Tarife: Die Fahrt für die Kurzstrecke (3 Kilometer) beträgt 1,80 Emirate-Dirham (rund 50 Rappen). Für eine einfache Fahrt über alle 10 Stationen sind 5,80 Dirham (1,05 Schweizer Franken) zu entrichten. Einzeltickets können gelöst werden. Pendler können als bargeldloses Zahlungsmittel zwischen den «aufladbaren» Plastikakrten, den «Nol Cards» wählen. Von den Nol Cards gibt es insgesamt vier: Silver, Gold, Blue und Red. Silver ist eine Art Standardkarte. Fahrten mit der Gold-Karte sind teurer, denn mit ihr kann man in den komfortableren VIP-Waggons pendeln. Die Blue Card gilt nur mit Portrait-Bild und in Verbindung mit einem persönlichen Ausweis. 


Alle Karten können mit maximal 500 Dirham aufgeladen werden und sind bis auf die Red Nol Card für fünf Jahre verwendbar. Die Red Card ist fur Touristen bestimmt und ist für höchstens 10 Fahrten und 90 Tage gültig. Jede der Karten berechtigt es, ohne Aufpreis ein Kind unter fünf Jahren mitzunehmen. 
 

Waggon-Einteilung: Wie im Nahen Osten üblich verfügt auch die Dubai Metro über separate Bereiche, die ausschliesslich Frauen und Kindern vorbehalten sind. Weibliche Fahrgäste können aber selbst entscheiden, ob Sie in das Abteil für Damen oder in den gemischten Zug zusteigen wollen.
Das Gold-Ticket berechtigt zur Fahrt in dem komfortablen VIP-Waggon mit 18 Plätzen (siehe oben: Tarife). 
 

Transporteinschränkungen: Gepäckstücke dürfen bis zu einem vertretbaren Limit mitgeführt werden, nicht jedoch Haustiere, Velos oder Trottinetts. Essen, Trinken, Rauchen und Musikhören sind an Bord untersagt. Fahrgäste sind gehalten, konservative Kleidung zu tragen (Touristen in Unterhemd, Sandalen und kurzen Shorts können beispielsweise abgewiesen werden). Zuwiderhandlungen und mutwilliges Zerstören der Einrichtungen werden mit hohen Geldstrafen und bei Wiederholungstätern mit Fahrverbot geahndet.


Maximale Fahrtzeit: Ein Verweilen in den Waggons über einen Zeitraum von mehr als 3 Stunden ist nicht gestattet. Wer zwischendurch aussteigt,  um sich zu verpflegen oder zum Zeitungkaufen, darf sich auf das selbe Fahrticket bis zu 30 Minuten an den Metro-Stationen aufhalten.


Erfreulich behindertengerecht: Alle Stationen sind mit dem Rollstuhl per Aufzug erreichbar, und sie werden permanent von Bediensteten der Dubaier Verkehrsbehörde RTA betreut, die Fahrgästen mit einem Handicap gegebenenfalls helfen können. Die Wege zum Bahnsteig sind für Sehbehinderte farblich markiert. Deutlich vernehmbare Ansagen (in arabischer und englischer Sprache) im Zuginnern weisen Menschen mit einer Beeinträchtigung der Hörfähigkeit auf den nächsten Halt hin. Die Metro-Stopps und das Innendesign in den Waggons sind in hellen Farben gestaltet und mit den international üblichen Symbolen gut ausgeschildert. 
 

Bus-Anbindung, Park and Ride: Um auch Autofahrer zum Umsteigen auf die Dubai Metro in einem «Park and Ride»-System zu bewegen, werden Busanbidungen zur den Metro-Bahnhöfen schrittweise ausgebaut. Die Personenbusse sollen die Passagiere aus den umliegenden Bezirke abholen und zur Metro befördern. Zusatzkosten fallen nicht an, falls man bereits ein Metro-Ticket oder das dafür vorgesehene, bargeldlose Zahlungsmittel «Nol Card» besitzt (siehe oben: Tarife).  Zusätzlich wurden an den 10 Stationen Parkraum mit bislang insgesamt 8,700 Stellplätzen geschaffen. Neu wurden 19 Fussüberquerungen über die Hauptverkehrsader Sheikh Zayed gebaut, damit Menschen, die auf der gegenüberliegenden Seite der Station wohnen, problemlos zu den Bahnhöfen gelangen können.

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