EADS: Verzögerung bei A400M kostet bis zu 1,4 Milliarden Euro

Die Mitte Oktober angekündigten Verzögerungen kosteten die Mutter EADS zusätzlich rund 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro, teilte das im MDAX notierte Unternehmen am Montag in Paris mit. Deshalb werde die Prognose für den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und Sonderposten, bei EADS als EBIT ausgewiesen, für 2007 ausgesetzt.


Prognose wird aktualisiert
EADS will nun am Donnerstag (8. November) bei der Bekanntgabe der Neunmonatszahlen eine aktualisierte Prognose vorlegen. Das Unternehmen hat für 2007 währungsbedingt bislang einen Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis soll sich etwa auf Vorjahresniveau bewegen. 2006 war das EBIT von 2,8 Milliarden im Vorjahr auf 399 Millionen Euro eingebrochen.


Mehrkosten entfallen auch auf die Tochter Airbus
Von den bis zu 1,4 Milliarden Euro Mehrkosten entfallen den Angaben zufolge mehr als eine Milliarde Euro auf die EADS-Tochter Airbus. «Dies ist die zum gegenwärtigen Programmstand bestmögliche Einschätzung und umfasst die am 17. Oktober 2007 bekanntgegebene sechsmonatige Verzögerung sowie das Risiko einer weiteren Verschiebung um bis zu einem halben Jahr», hiess es in der Mitteilung. Airbus hatte im Oktober angekündigt, die bisher für Ende 2009 geplante Erstauslieferung der Maschine erfolge nun frühestens im April 2010. Die ersten Maschinen des A400M sollten Ende 2009 an die französische Luftwaffe gehen.


Gründe für den neuen Zeitplan
Gründe für den neuen Zeitplan sind unter anderem die langsame Triebwerksentwicklung, Verzögerungen in der Systementwicklung sowie ein ausgedehntes Testflugprogramm. Bereits Ende Juli hatte EADS gewarnt, dass das A400M-Programm «bedeutenden Risiken hinsichtlich des Gesamtzeitplans» ausgesetzt sei. Die Systemzulieferer stünden weiterhin vor Herausforderungen, die späte Design-Anpassungen notwendig machen könnten.


Erstflug des ersten A400M im Sommer 2008
Der erste A400M wird derzeit in der neuen Endmontagelinie im spanischen Sevilla fertiggestellt und soll im Sommer 2008 seinen Erstflug absolvieren. Mit bis zu 37 Tonnen Frachtvolumen gilt die A400M als Zwischengrösse bei militärischen Transportern. Der Verbrauch soll um rund 20 Prozent unter dem vergleichbarer Maschinen liegen. Ausserdem soll der neue Transporter auch auf deutlich kleineren und schlechteren Bahnen landen können. Bisher (Stand Ende Juni) liegen 192 Bestellungen vor. Neben den europäischen Auftraggebern wie Deutschland oder Frankreich gelten aber auch andere Länder wie die USA als interessiert. (awp/mc/ab)

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