EBK will mehr Eigenmittel für Investmentbanken

Bei den Entschädigungen gebe es «in der Tat Übertreibungen». «Fehlentwicklungen wie Anreizsysteme ohne angemessene Beteiligung an den Risiken sind zu korrigieren», sagte Eugen Haltiner, Präsident der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» (Ausgabe 25.5.).


Entlöhnungssysteme offenlegen
Die EBK werde handeln. «Die Banken müssen uns ihre Entlöhnungssysteme offenlegen. Wir wollen künftig die Anreizsysteme besser verstehen und Einfluss nehmen, wenn die Hebel übertrieben und zu ungunsten der Unternehmung sind», sagte Haltiner. Damit reagiert die Aufsichtsbehörde auf die hohen Löhne und Boni, die bei den Grossbanken UBS und CS Group an das Topmanagement ausbezahlt wurden – und dies trotz Abschreibungen in Milliardenhöhe.


«UBS- und CS-Manager keine Waisenknaben»
«Die höchsten, kaum mehr vorstellbaren Gehälter» würden jedoch bei nicht beaufsichtigen Finanzintermediären wie ausländischen Hedge Funds bezahlt. Aber auch die Manager von UBS und CS seien keine Waisenknaben. Um die Banken krisenresistenter zu machen, kündigte Haltiner ausserdem an, dass die EBK «substanziell mehr Eigenmittel für Investmentbanken» verlangen werde.


Puffergrösse erhöhen
Die Aufsichtsbehörde sei daran, die Puffergrösse für risikosensitive Geschäftsbereiche zu erhöhen. «Wir haben erlebt, wie rasch dieser Puffer durch das Ausmass der Verluste aufgefressen werden kann», erläuterte Haltiner. Die EBK erwäge ein Mindestverhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzsumme vorzuschreiben. Es sei aber noch zu früh, konkrete Zahlen zu nennen.


Haltiner über UBS «enttäuscht»
Über die UBS ist Haltiner als ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied der Grossbank «enttäuscht». Die Untersuchungen der EBK seien noch nicht abgeschlossen. Haltiner tritt nach eigenen Angaben bei Komissionsentscheiden zur UBS weiterhin in den Ausstand. Die ursprünglich bis 1. Februar 2008 vorgesehene Regelung sei verlängert worden. (awp/mc/ps)

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