EFD büsst Vekselberg mit 40 Millionen Franken

Dies geht aus einer Mitteilung von Vekselbergs Beteiligungsgesellschaft Renova vom Donnerstag hervor. Konkret geht es demnach um zwei Aktienpakete der damaligen Unaxis (heute OC Oerlikon), die Renova 2006 der österreichischen Beteiligungsgesellschaft Victory abgekauft hat.


Gruppenbildung nicht gemeldet
Renova und Victory bildeten damals aus Sicht des EFD eine Gruppe – und hätten dies entsprechend melden müssen. Renova weist die Anschuldigungen zurück und betont, alle Vorschriften beachtet zu haben. Eine Gruppenbildung mit Victory bei OC Oerlikon habe erst später bestanden – und sei 2008 ordnungsgemäss gemeldet worden. Das Departement nimmt zu dem im Dezember erlassenen Urteil keine Stellung, weil das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei. Gemäss der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Donnerstag stützt sich der Befund des EFD unter anderem auf einem Preisnachlass, den Victory Renova gewährt habe.


Indiz für abgestimmtes Verhalten
Renova hat gemäss der Zeitung beim ersten Aktienkauf 16% weniger als der Marktpreis für die Titel von Unaxis zahlen müssen. Dies habe das EFD als Indiz für abgestimmtes Verhalten gewertet. Laut dem Zeitungsbericht sind die damaligen Eigentümer von Victory, die Österreicher Ronny Pecik und Georg Stumpf, ebenfalls mit 40 Mio CHF gebüsst worden. Auch dazu schweigt sich das EFD aus.


Weiteres Ungemach droht
Vekselberg und den beiden österreichischen Investoren droht weiteres Ungemach: Denn das EFD führt auch eine Untersuchung wegen des Einstiegs der drei Investoren beim Winterthurer Maschinenkonzern Sulzer. Es geht ebenfalls um eine mögliche Verletzung von Meldepflichten, und zwar beim Aufbau ihrer Beteiligung zwischen November 2006 und April 2007. Im April 2007 hatte die Beteiligungsgesellschaft Everest – damals je zur Hälfte von Vekselberg und den beiden Österreichern kontrolliert – von einem Tag auf den anderen einen Anteil von fast einem Drittel an Sulzer erworben.


Vekselberg hält 45 Prozent an OC Oerlikon
Der russische Milliardär mit Wohnsitz Zürich besitzt mittlerweile rund 45% an OC Oerlikon und gut 31% an Sulzer. Pecik und Stumpf sind unterdessen nicht mehr Sulzer-Aktionäre – Pecik hält allerdings noch gut 12% an OC Oerlikon (Stand Sommer 2009). Das Urteil des EFD kommt für Vekselberg zur Unzeit. OC Oerlikon ist hochverschuldet und muss restrukturiert werden. Gemäss Renova entspricht die 40-Millionen-Busse rund einem Fünftel des aktuellen Werts von OC Oerlikon. (awp/mc/ps/04)

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