Emmi-Gewinn 2008 über Erwartungen – Umsatz soll gehalten werden

Der Reingewinn konnte in der Berichtsperiode um 42,3% auf 58,7 (VJ rev. 41,3) Mio CHF und das Betriebsergebnis (Stufe EBIT) um 63,8% auf 102,1 Mio CHF gesteigert werden. Die entsprechenden Margen lag damit bei 2,2 (1,6%) bzw. 3,8 (2,5)%, wie die grösste Schweizer Milchverarbeiterin mitteilte. Sie hat damit die Konsensschätzungen der Analysten übertroffen.


Organisches Wachstum bei 6,6 Prozent
Der Umsatz stieg – wie bereits anfangs Februar kommuniziert – um 7,7% auf 2’694 Mio CHF. Alle Produktgruppen haben zum Wachstum beigetragen, wobei 4,6% der Umsatzsteigerung auf Preiserhöhungen zurückzuführen war. Das organische Wachstum betrug 6,6% (6,7% im Heimmarkt Schweiz und 6,2% im Ausland).


Unveränderte Dividende von 2,60 CHF vorgeschlagen
Diese «klare Ertragsverbesserung gegenüber einem enttäuschenden Vorjahr» sei auf eine «solide Marktleistung sowie ein konsequentes Kostenmanagement» zurückzuführen, heisst es. Der Generalversammlung vom 20. Mai wird dementsprechend eine unveränderte Dividende von brutto 2,60 CHF je Namenaktie vorgeschlagen.


Bruttomarge von 30,4 % auf Vorjahresniveau
Der Bruttogewinn aus Betriebstätigkeit stieg um 7,8% auf 818,3 (759,4) Mio CHF. Die Bruttomarge verharrte mit 30,4% auf Vorjahresniveau, da aufgrund der dramatisch gesunkenen Weltmarktpreise und der hohen Milchproduktion in der Schweiz Wertberichtigungen auf dem Milchpulverlager vorgenommen worden seien. Darüber seien die negativen Währungseffekte ins Gewicht gefallen.


Höherer Betriebsaufwand
Der Betriebsaufwand stieg um 2,0% auf 637,2 Mio CHF, wobei der Personalaufwand um 1,3% und der übrige Betriebsaufwand um 2,8% zunahmen. Die Investitionen in Marketing und Werbung hätten sich proportional zum Umsatzwachstum entwickelt.


Negativer Einfluss des starken Frankens
Beim Finanzergebnis von -26,0 Mio CHF habe sich der starke Schweizer Franken negativ ausgewirkt. Zudem sei der Zinsaufwand mit der höheren durchschnittlichen Kreditbeanspruchung trotz günstigeren Kreditkonditionen gestiegen. Die Steuern liegen mit 9,0 Mio CHF deutlich über dem Vorjahr, da 2007 einmalige Effekte den Steueraufwand positiv beeinflusst hatten.


«Zufriedenstellend» ins laufende Jahr gestartet
Bezüglich Ausblick schreibt der Konzern, man sei «zufriedenstellend» ins Jahr 2009 gestartet. Für das ganze Jahr geht Emmi in der Schweiz von einem Umsatzminus von rund 5% aus, dies bei einer stabilen Konsumsituation und sinkenden Preisen wegen der tieferen Rohstoffpreise. Im Ausland rechnet Emmi wegen der sinkenden Konsumentenstimmung und erwarteter negativer Währungseffekte mit einer Verlangsamung des organischen Wachstums.


Wachstum von 15 % im internationalen Geschäft erwartet
Diese Effekte sollten durch die Übernahme der Roth Käse USA kompensiert werden, heisst es, so dass Emmi von einem internationalen Wachstum von rund 15% ausgeht. Insgesamt erwartet Emmi deshalb, im Geschäftsjahr 2009 den Umsatz halten zu können und wiederum eine Reingewinnmarge von über 2% zu erreichen. Emmi will den Angaben zufolge auch dieses Jahr «gezielt in den weiteren Ausbau des internationalen Geschäfts investieren».


Auslandgeschäft soll forciert werden
Bei der Strategieüberprüfung hätten Verwaltungsrat und Konzernleitung entschieden, das internationale Geschäft in den nächsten Jahren stark auszubauen mit dem Ziel, im Ausland einen Umsatz in der Grössenordnung des Schweizer Geschäfts zu erreichen, heisst es weiter. Das bedeute, dass Emmi die Position in der Schweiz festige und das Auslandgeschäft in Europa und Nordamerika in den nächsten Jahren weiter ausbaue.


Beteiligung an Kaiku auf 43 Prozent erhöht
Neben der Schweiz stehen bei den Investitionen konsequent die Märkte und die Produkte mit dem grössten Entwicklungs- und Ertragspotenzial im Fokus. Dabei konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf Deutschland, Italien, Österreich, Grossbritannien und die USA. In den anderen Märkten würden Opportunitäten genutzt oder man arbeite eng mit strategischen Partnern zusammen wie beispielsweise mit dem Käsespezialisten Ambrosi S.p.A. in Frankreich oder mit der spanischen Kaiku Corporación Alimentaria für den spanischen und südamerikanischen Markt. Um die strategische Partnerschaft weiter zu stärken, habe Emmi auf Anfang April 2009 die Beteiligung an der Kaiku von 23% auf 43% erhöht. (awp/mc/pg/06)

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