EU-Ausblick: Freundlich – Gute Vorgabe aus Asien, Übernahmefantasie

Der Future auf den EuroSTOXX 50 entspricht am Morgen einem Stand des europäischen Leitindex von 4.301 Punkten. Am Freitag hatte der Index 1,42 Prozent auf 4.268,53 Punkte zugelegt. Finspreads sieht den FTSE 100 in London bei 6.312 Zählern. Der britische Leitindex hatte am Freitag 1,74 Prozent auf 6.262,10 Zähler gewonnen.


Kräftige Kursgewinne an den asiatischen Börsen, wo beispielsweise der Hongkonger Hang Seng Index mit zuletzt 3,57 Prozent im Plus lag, dürften laut Händlern auch die europäischen Anleger optimistisch stimmen. Auch die Vorgabe der US-Börsen sei positiv. Spekulationen um die Investitionspläne von China Investment Corp (CIC), die Berichten zufolge ein Drittel der Mittel von 200 Milliarden US-Dollar in die weltweiten Aktienmärkte pumpen sollen, dürften laut Händlern ebenfalls für einige Fantasie an den Märkten sorgen. Im Fokus stünden auch einige Übernahmespekulationen.


Aktien in Paris könnten vom ersten Staatsbesuch von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in China profitieren. In Peking wurden Abkommen mit einem Umfang von rund 18 Milliarden Euro unterzeichnet. So wird der europäische Flugzeughersteller Airbus 160 Flugzeuge an chinesische Airlines liefern, berichteten französische Diplomaten nach dem Treffen von Sarkozy mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao. «Das sind feste Aufträge.» Das Auftragsvolumen allein wurde auf zehn Milliarden Euro geschätzt. Den bisher grössten Geschäft der französischen Nuklearindustrie zog der französische Staatskonzern Areva im Volumen von acht Milliarden Euro an Land.


Philips rücken ebenfalls mit in den Fokus der Investoren. Der niederländische Elektronikkonzern will für 2,7 Milliarden US-Dollar (1,8 Milliarden Euro) den US-Beleuchtungsspezialisten Genlyte übernehmen. Das Genlyte-Management werde seinen Aktionären die Annahme der Offerte empfehlen, kündigte Genlyte-Chef Larry Powers an. Durch die Übernahme würde der grösste Beleuchtungskonzern Nordamerikas entstehen, hiess es.


In London stehen Fusionspläne weiter im Fokus der Investoren, sagten Händler. Laut Northern Rock dürfte ein Konsortium unter Führung der Virgin Group den Zuschlag für die angeschlagene britische Hypothekenbank erhalten. Damit bestätigte das Unternehmen Berichte von «Sky News» und British Broadcasting Corp (BBC). Nach Angaben von Northern Rock beinhaltet das Virgin-Angebot 11 Milliarden Pfund für die Bank of England, die sie dem Baufinanzierer im September gewährt hatte.


Im Hinterkopf dürften Investoren auch einen Bericht der «Sunday Times» behalten, demzufolge sich der Kneipenbetreiber Punch Taverns in einem 5-Milliarden-Pfund-Deal mit Mitchells & Butlers zusammenschliessen will. Die Unternehmen dementierten entsprechende Spekulationen am Wochenende auf Anfrage der britischen dpa-AFX-Partneragentur Thomson Financial News.


Zudem will der Staatsfonds China Investment Corp (CIC) einem Pressebericht zufolge gemeinsam mit chinesischen Stahlunternehmen 200 Milliarden Dollar für den britisch-australischen Bergbaukonzern Rio Tinto bieten. Zu den bietenden Stahlunternehmen gehörten Baosteel, Shougang und Angang Group, berichtet das chinesische Wochenmagazin «China Business» ohne Nennung von Quellen. Ein Unternehmenssprecher von Rio Tinto wollte dies nicht kommentieren und verwies dabei auf Marktgerüchte. Anfang November hatte Rio Tinto ein Übernahmegebot des Konkurrenten BHP Billiton zurückgewiesen.


Clariant werden in Zürich aktiv erwartet. Der Spezialchemiehersteller kündigt weitere Preiserhöhungen um 5 bis 12 Prozent an. Clariant verwiesen auf den sprunghaften Anstieg bei den Rohstoff- und Energiekosten. Jedoch habe der Konzern in den vergangenen Monaten seine Kosten «signifikant» gesenkt, die Restrukturierungsanstrengungen beschleunigt und die Produktivität verbessert, teilte Clariant mit. Auch UBS stehen laut Händlern mit den anderen Finanzwerten weiter im Blick. (awp/mc/ab)

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