EU-Ausblick: Kaum verändert – Meldungen aus China belasten

Noch am späten Abend hatte der Future auf den europäischen Leitindex zeitweise 0,70 Prozent gewonnen. Der FTSE 100 wurde eine halbe Stunde vor Börsenstart 0,04 Prozent tiefer taxiert.


Auch Ben Potter, Marktstratege bei IG Markets, befürchtet ein Überschwappen der Sorge um die Meldungen aus China. Diese hatten am Morgen bereits die asiatischen Märkte belastet und den Nikkei-225-Index ins Minus gedrückt. Auch in den USA kühlte sich die Stimmung der Anleger nach dem freundlichen Dienstag zuletzt deutlich ab – ersichtlich am Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial , der seine nachbörslichen Kursgewinne wieder abgeben musste. Mit den US-Erzeugerpreisen und vor allem den Zahlen der Banken Morgan Stanley, Bank of America und Wells Fargo liefert auch der Terminplan eher Gründe für Zurückhaltung.


Aus Branchensicht stehen neben dem Autosektor mit einer Studie der UBS vor allem die Halbleiterwerte im Blick. Händler verwiesen insbesondere auf Aussagen der ASML Holding, die beim Auftragseingang die Erwartungen übertroffen habe. Das nähre die Hoffnung auf eine Erholung im Technologiesektor. Zudem sieht der Chef des niederländischen Chipausrüsters eine Fortsetzung dieser Tendenz im ersten Quartal – der Hochpunkt bei den Bestellungen sei noch nicht erreicht. Auch IBM überzeugte am Vorabend mit besser als von Analysten erwarteten Zahlen und einer erhöhten Gewinnprognose. Nachbörslich gaben die Titel allerdings nach, was Händler auf Gewinnmitnahmen zurückführten.


Daneben sollten einige Pharmawerte im Auge behalten werden. Novartis hat in Japan die Zulassung für drei Medikamente gegen Diabetes-Typ-2, Bluthochdruck und fortgeschrittenen Nierenkrebs erhalten. Zugelassen worden seien Equa (Vildagliptin), Exforge (Valsartan/Amlodipin) und Afinitor (Everolimus), teilte der Baseler Pharmakonzern mit. Equa ist in der EU unter dem Namen Galvus auf dem Markt. Japan ist für Novartis der zweitgrösste Pharma-Absatzmarkt nach den USA. Wettbewerber Roche investiert unterdessen rund 190 Millionen Franken in ein infusionsfreies Verabreichungsgerät für das Brustkrebsmedikament Herceptin (Trastuzumab). Mit der neuen Technologie könnten die Patientinnen sich das Medikament laut Unternehmensangaben erstmals selbst verabreichen und benötigen statt 60 Minuten im Krankenhaus zuhause nur noch fünf Minuten. JPMorgan hob zudem Shire-Aktien von «Neutral» auf «Overweight». (awp/mc/ps/06) 

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