EU-Ausblick: Schwach – Zurückhaltung vor Notenbank-Sitzungen

Erneut legen zahlreiche Unternehmen ihre Quartalsbilanzen vor. Vor den Sitzungen der Europäischen Zentralbank und der Bank of England dürften sich die Anleger aber zurückhalten, sagte ein Börsianer. Zwar würden keine Veränderungen der Leitzinsen erwartet, aber die Börsianer werden umso genauer auf die Aussagen zur wirtschaftlichen Situation, insbesondere der Inflation, in Europa achten. Die Vorgaben sind negativ. So hatten die US-Börsen nach neuen Ölrekordständen schwach geschlossen und der Future auf den Dow Jones stand am Morgen nochmals 104 Punkte tiefer als zum Handelsschluss in Europa. Auch der Nikkei-225-Index ging am Morgen schwach aus dem Handel.


Erneut beschäftigte am Markt eine Flut von Quartalsberichten. Die italienische UniCredit hat im ersten Quartal wegen der Finanzmarktkrise wie erwartet deutlich weniger verdient als vor einem Jahr. Der Überschuss sank um 51 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro. Der niederländische Nahrungsmittelkonzern Unilever konnte im ersten Quartal seinen Gewinn deutlich steigern. Daneben überraschte Unilever mit einem stärker als erwarteten Umsatzwachstum. Die belgische Brauerei InBev sorgte unterdessen mit einem überraschenden Gewinnrückgang im ersten Quartal für eine negative Überraschung. Schuld daran seien die guten Vergleichszahlen vom Vorjahr, schlechte Wetterbedingungen, Rohstoffkosten und die hohe Inflation, hiess es.


In London verbuchte der Mode-Einzelhändler Next einen Umsatzrückgang auf vergleichbarer Fläche im ersten Quartal um 8,9 Prozent. Next gab zudem einen vorsichtigen Ausblick. Im zweiten Quartal sollen sich die Umsätze deutlich verbessern. Für das gesamte erste Halbjahr rechnet die Modekette aber erneut mit sinkenden Umsätzen auf vergleichbarer Fläche um sieben Prozent. Das Bergbauunternehmen Lonmin konnte unterdessen Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr steigern. Die Zwischendividende wurde um 7,3 Prozent auf 0,59 Dollar angehoben. Die Halbjahresumsätze von Sage Group fielen leicht besser als erwartet aus. Für das Amerikageschäft des Softwareunternehmens sei aber im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Ausserdem will Sage eine Reihe von Übernahmen prüfen.


Carphone Warehouse will unterdessen 50 Prozent seiner Einzelhandelsgeschäfte an die US-amerikanische Best Buy verkaufen. Die beiden Handyhersteller wollen ein neues Unternehmen gründen, an dem Carphone 50 Prozent halten wird. Daneben legen in London International Power, Diageo und Old Mutual ihre Zwischenberichte vor.


In Frankreich veröffentlichte der Röhrenhersteller Vallourec am Vorabend seinen Quartalsbericht. Die Bruttomargen lagen am unteren Ende der Erwartungen, der Ausblick wurde allerdings bestätigt. Das Unternehmen rechnet mit anhaltenden Preiserhöhungen. Die österreichische Raiffeisen International hat dank eines Zuwachs beim Nettozinseinkommen im ersten Quartal einen Gewinnsprung verbucht. Daneben dürften auch die Zahlen des dänischen Windenergie-Unternehmens Vestas Wind Systems am Markt interessieren. Ausserdem lädt der finnische Handyhersteller Nokia zur Hauptversammlung. (awp/mc/ps)

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