EU-Ausblick: Verluste – Deutlich negative Vorgaben belasten

Am Freitag hatte er 1,51 Prozent schwächer bei 4.297,83 Zählern geschlossen. Finspreads erwartet den FTSE 100 in London bei 6.259 Punkten. Der britische Leitindex war mit minus 1,21 Prozent auf 6.304,90 Punkte ins Wochenende gegangen.


Händler verwiesen auf die negativen Vorgaben als Hauptbelastung: Am Freitag hatte der Dow Jones Industrial Average (DJIA) nach Börsenschluss in Europa noch 51 Punkte abgegeben und mit steil fallenden Notierungen in der letzten halben Stunde auf Tagestief mit deutlichen Verlusten geschlossen. Auch der Nikkei-225-Index ging am Morgen sehr schwach aus dem Handel. Weitere Sorgen um die US-Kreditkrise sowie den schwachen Dollar drückten weltweit auf die Stimmung an den Börsen.

Telefonica steht nach der Bilanzvorlage im Blick. Der spanische Telekomkonzern hat in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und damit die Erwartungen am Markt übertroffen. Telefonica bekräftigte die eigenen Ziele für das Gesamtjahr und peilt weiterhin ein Umsatzwachstum zwischen 8 und 10 Prozent sowie ein Plus beim OIBDA von 10 bis 13 Prozent an.


Die zuletzt stark unter Druck stehenden EADS-Papiere könnten von Nachrichten zu einem Grossauftrag profitieren. Mit dem Verkauf von 81 Langstreckenjets im Katalogwert von mehr als 20 Milliarden Dollar hat die Tochter Airbus ihre Position auf dem Weltmarkt für Grossflugzeuge erheblich ausgebaut.


Auch die Aktie von Carlsberg sollte im Auge behalten werden. Der neue Vorstandschef Jørgen Buhl Rasmussen bereite den dänischen Brauereikonzern auf eine lange Übernahmeschlacht um seinen britischen Rivalen Scottish & Newcastle vor, zitiert die «Financial Times» den Manager.

In London steht die Aktie von Standard Life im Fokus. Der britische Versicherer gibt beim Übernahmekampf um den Konkurrenten Resolution auf. Das eigene Gebot von 517 Pence in bar und 0,715 Standard-Aktien je Resolution-Papier werde nicht angehoben oder geändert, teilte Standard Life mit. Damit ist der Weg frei für den konkurrierenden Bieter Pearl Group, der 720 Pence in bar bietet. Auch die Schweizerische Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re dürfte nun in Grossbritannien nicht zum Zuge kommen. Diese hatte das Angebot von Standard Life finanziell unterstützt und sollte dafür Teile des Resolution-Geschäfts erhalten.


Auch Papiere von BHP Billiton sollten im Auge behalten werden. Der australisch-britische Rohstoffkonzern hat bei den Aktionären abermals für eine Übernahme des Konkurrenten Rio Tinto geworben. Eine Kombination beider Unternehmen brächte insgesamt 3,7 Milliarden Dollar an Synergien mit sich, hiess es in einer BHP-Mitteilung an die australische Börse.


Barclays-Titel könnten ebenfalls in Bewegung geraten. Die britische Grossbank will bei Veröffentlichung der Quartalszahlen am 27. November Spekulationen über Milliarden-Abschreibungen in Zusammenhang mit der Finanzkrise entgegentreten. Das Institut werde deutlich mehr Informationen veröffentlichen als in Grossbritannien für Banken nach Ende des dritten Quartals üblich, schreibt die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». (awp/mc/ab)

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