EU-Ausblick: Wenig verändert erwartet – Uneinheitliche Vorgaben

Sorgen um die Zukunft der angeschlagenen Autobauer zusammen mit überraschend schwachen Konjunkturdaten und einem weiter sinkenden Ölpreis waren für die Katerstimmung verantwortlich. Der Future auf den US-Leitindex stand am Morgen 169 Punkte unter seinem Niveau zum europäischen Börsenschluss von Donnerstag. Der Nikkei-225-Index konnte hingegen seine Verluste an diesem Freitag abbauen und schloss mit einem Plus von 2,70 Prozent. Für Bewegung dürften Konjunkturdaten wie der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und Europa sorgen.


Ein Händler erwartete im Vorfeld einen eher richtungslosen Handel am Freitag, da sowohl marktbewegende Konjunkturdaten als auch Unternehmensnachrichten Mangelware seien.


Um Spaniens Ölkonzern Repsol-YPF ranken sich weitere Übernahmespekulationen. Der russische LUKoil-Konzern will nach einem Bericht der Zeitung «El Economista» 30 Prozent des Unternehmens erwerben und dafür 28,00 Euro je Aktie bezahlen. Der Chef Antoni Brufau solle im Amt bleiben. Gleichzeitig berichtet Cinco Dias, Repsol könne seinen Anteil an Gas Natural aufgeben, um die möglichen regulatorischen Hürden für den russischen Konzern zu verringern.


Chiphersteller wie Infineon Technologies, ASML Holding und STMicroelectronics stehen im Blick. Powerchip, der grösste DRAM-Speicherchiphersteller in Taiwan, prüft einen Zusammenschluss mit Elpida Memory. Händler werteten die Nachrichten positiv, nachdem die Unternehmen auf diese Weise versuchten, sich entschlossen gegen die Krise in dem Sektor zu stemmen. Ein Händler: «Positiv auf die Stimmung wirkt auch Dell.» Der Computerbauer hatte nach US-Börsenschluss deutlich besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen vorgelegt. Die Dell-Aktie legte nachbörslich mehr als fünf Prozent zu.


Roche Holding könnten von Nachrichten zu einem Medikament profitieren. Der Schweizer Pharmakonzern erzielte positive Resultate bei einer Phase-III-Studie mit seinem Krebsmedikament Mabthera (Rituximab) bei chonischer lymphozytischer Leukämie (CLL). Die Überlebenszeit ohne ein Fortschreiten der Erkrankung habe sich bei CLL-Patienten verlängert, die Studie habe damit ihren primären Endpunkt erreicht, teilte der Pharmakonzern mit.


Auch Papiere von GlaxoSmithKline könnten zulegen, nachdem der britische Pharmakonzern mitgeteilt hat, die US -Arzneimittelzulassungsbehörde FDA habe ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für das Präparat Promacta bewilligt.


Alcatel-Lucent hat am Vorabend seine Prognose bestätigt, wonach der Umsatz im laufenden Jahr um 2 bis 5 Prozent fallen wird. Für das kommende Jahr blieb der Internetausrüster eine Prognose schuldig. Alcatel-Lucent stellte zudem in Aussicht, etwa 1,6 Milliarden Euro einsammeln zu können, wenn der Verkauf seines Thales-Anteils durchgeht.


Bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia müssen sich die Anteilseigner im laufenden Jahr auf einen Verlust von 1,25 Milliarden Dollar einstellen. Allerdings könnte eine Übernahme durch eine Gruppe italienischer Geschäftsleute das Schicksal des Konzern zum Besseren wenden, erklärte der Insolvenzverwalter. (awp/mc/gh/13)

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