EU-Eröffnung: Freundlich – Ruhiger Feiertagshandel

Insofern seien viele Kursbewegungen eher zufallsgetrieben. „Sollte es auch nur den Hauch von Optimismus am Markt geben, dann beruht er darauf, dass Aktienmärkte sich in Rezessionen erholen“, sagte Justin Urquhart Stewart, Director bei Seven Investment Management. „Jetzt haben wir eine echte und keine erfundene Rezession. Vergangenes Jahr waren wir so optimistisch, dass wir uns selbst was vorgemacht haben. Jetzt sind wir in die andere Richtung zu weit gegangen. Ein grosser Teil der schlechten Nachrichten ist nun in den Kursen bereits enthalten.“


Die Vorgaben fielen ebenfalls positiv aus. Die wichtigsten US-Aktienindizes hatten am vorletzten Handelstag des Jahres noch einmal kräftig zugelegt. Die neue Staatshilfe für den Autobauer General Motors (GM) und dessen ehemalige Finanztochter GMAC habe die Anleger über durchwachsene Konjunkturdaten hinweg getröstet, sagten Börsianer. Der Leitindex Dow Jones (DJIA) gewann 2,17 Prozent auf 8.668,39 Zähler. Seit Jahresbeginn hat er bislang rund 35 Prozent abgegeben. Am Morgen stand der Future auf den US-Leitindex 1,12 Prozent über seinem Niveau zum Handelsschluss der europäischen Börsen vom Dienstag.


An diesem Silvestertag bleiben die Börsen in Frankfurt, Budapest, Madrid, Mailand, Prag, Tokio, Wien, Warschau und Zürich geschlossen. In London findet ein verkürzter Handel bis 13.30 Uhr MEZ statt, und in Paris und Amsterdam endet der Handel um 14.00 Uhr MEZ. Vor diesem Hintergrund wurde der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 nicht berechnet.


Die Titel von HBOS rückten unterdessen erneut in den Fokus der Anleger und gaben gegen einen freundlichen Trend bei Finanzwerten 0,14 Prozent auf 68,90 Pence ab. Lloyds TSB Group hat nach einem Bericht der „Financial Times“ Entschlossenheit signalisiert, den Forderungen der Treuhänder der Pensionspläne bei der britischen Bank nachzukommen sobald die Übernahme durchgeführt ist. Die Treuhänder bei HBOS wollen die Fusion mit dem Konkurrenten mit rechtlichen Schritten so lange verzögern, bis die Betriebsrente garantiert wird. Lloyds-Papiere verloren 0,40 Prozent auf 126,00 Pence.


Das britische Fondshaus Aberdeen Asset Management teilte mit, Teile des traditionellen Asset-Management-Geschäfts „Global Investors“der Credit Suisse (CS) zu übernehmen. Im Gegenzug erhält CS eine 24,9-Prozent-Beteiligung am erweiterten Aktienkapital der Aberdeen Asset Management. Die Beteiligung habe einen Wert von rund 250 Millionen Britischen Pfund. An der Londoner Börse wurde die Nachricht freundlich aufgenommen, wie das Kursplus von 8,39 Prozent auf 113,00 Pence zeigte.


Zudem war der britische Ölproduzent Imperial Energy mit einem Aufschlag von 3,57 Prozent auf 1.248 Pence einen Blick wert: 97 Prozent der Aktionäre haben der 1,3 Milliarden Pfund schweren Übernahme durch den indischen Konkurrenten ONGC zugestimmt, teilte das indische Unternehmen mit.


Ein Bericht der Zeitung „The Times“ drückte britische Einzelhandelswerte wie Marks & Spencer in den roten Bereich. Die Papiere verbilligten sich um 0,70 Prozent auf 212,50 Pence. Analysten bereiten sich danach auf eine neue Runde schlechter Nachrichten vor, speziell bei Marks & Spencer erwarten sie in der kommenden Woche zusammen mit den Zahlen zum dritten Quartal eine Gewinnwarnung.


Das Schwergewicht Vodafone Group hielt sich mit plus 2,06 Prozent auf 138,90 Pence unter den stärksten Werten im britischen Leitindex. Credit Suisse hatte den Wert zuvor mit „trading buy“ bewertet. Die Schwäche des Pfunds haben dem Konzern Raum verschafft, die Gewinnprognosen zu schlagen.


An der Pariser Börse setzten sich die Titel von Dexia Banque an die Spitze. Sie verteuerten sich um 5,84 Prozent auf 3,080 Euro. Die Aktien des Stahlkonzerns ArcelorMittal gaben hingegen 0,87 Prozent auf 17,15 Euro nach und markierten damit das Ende des CAC-40. (awp/mc/ps/05)

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