EU-Eröffnung: Schwach – Vorgabe nach Obama-Plänen belastet

Die Pläne von US-Präsident Barack Obama, den Banken stärker die Zügel anzulegen, sorgt für verstärkte Unsicherheit und einen Anstieg der Kursschwankungen. Der Volatilitätsindex von EuroSTOXX-Optionen, der als Barometer für die Unsicherheit gilt, sprang in dieser Woche vom Tief um mehr als dreissig Prozent hoch. Obama will sowohl die Grösse der Banken als auch das Ausmass risikoreicher Geschäfte begrenzen, hatten bereits an der Wall Street für heftige Verluste in der Branche gesorgt. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) verlor seit Handelsschluss in Europa weitere 0,19 Prozent und in diesem Umfeld könnten sich die Börsen nicht von ihrem jüngsten Rückschlag erholen, hiess es am Markt.


Bankenwerte waren mit minus 1,61 Prozent auf 212,93 Punkte im Branchenbarometer STOXX600 Banks europaweit schwächster Sektor. Die Obama-Pläne, sowohl die Grösse der Banken als auch das Ausmass risikoreicher Geschäfte zu begrenzen, hatten bereits an der Wall Street für heftige Verluste in der Branche gesorgt. Analysten sehen auch negative Einflüsse für die europäischen Vertreter: «Auch wenn diese noch nicht direkt im Visier stehen und von den US-Plänen auch nicht direkt betroffen sind, wirkt sich die Entwicklung auf den Sektor in Europa aus», hiess es von den UBS-Analysten.


JPMorgan sieht durch die Pläne Obamas insbesondere Investmentbanken unter Druck, die Unsicherheit in diesem Segment bleibe ein deutliches Risiko. Sie ziehen daher weiterhin Aktien der Geschäftsbanken vor. Deutsche Bank, die von einem Händler als das Institut mit dem stärksten Fokus auf dem Investmentbanking und auch dem US-Geschäft eingestuft wurde, büsste am EuroSTOXX-Ende 4,43 Prozent auf 44,920 Euro ein, ING Groep verbilligten sich um 2,81 Prozent auf 6,705 Euro. In London rutschten Barclays-Aktien um 3,83 Prozent auf 272,15 Pence ab, Credit Suisse fielen um 4,08 Prozent auf 48,25 Franken.


Telekomwerte zählten dagegen nach den jüngsten Kursverlusten zu den Favoriten. Telecom Italia standen mit einem Kursplus von 4,41 Prozent auf 1,0660 Euro an die Spitze des EuroStoxx 50. Händler sprachen von neuerlicher Übernahmefantasie, die von einem Presseartikel ausgelöst worden sei. Einem Börsianer zufolge berichtet die Zeitung «La Repubblica» unter Berufung auf Angaben der Webseite Dagospia, dass die Investmentbank Mediobanca die Einrichtung einer Holding für die spanischen Unternehmen Telefonica und Criteria plane, die dann ein Übernahmeangebot für den italienischen Telefonkonzern abgeben könnte.&(awp/mc/ps/10) 

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