EU-Eröffnung: Sehr schwach nach tiefroten Vorgaben

An der Wall Street war der Dow-Jones-Index am Mittwoch um 5,07 Prozent auf 7.997,28 Punkte eingebrochen und hatte damit erstmals seit fünfeinhalb Jahren unter der Marke von 8.000 Zählern geschlossen. Neben der anhaltenden Nervosität über das Schicksal der grossen Automobilkonzerne hätten auch aktuelle Konjunkturdaten die Stimmung belastet, sagten Marktteilnehmer.


Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones stand am Morgen 288 Punkte unter seinem Niveau zum europäischen Börsenschluss am Vortag. Der Nikkei-225-Index ging mit einem Minus von 6,89 Prozent aus dem Handel. Für Bewegung dürften am Nachmittag US-Konjunkturdaten wie der Philadelphia Fed Index und die Frühindikatoren sorgen. Auf Unternehmensseite gab es Zahlen von Air France-KLM und Ahold.


Air France-KLM erlitten Kursverluste von 6,37 Prozent auf 9,41 Euro. Die Fluggesellschaft durchfliegt zwar die derzeitige Krise nach eigenen Angaben mit höheren Betriebsgewinnen als die europäische Konkurrenz. Wegen der hohen Treibstoffpreise und der Marktabschwächung brach das Betriebsergebnis im zweiten Geschäftsquartal (bis 30. September) allerdings um 44,1 Prozent auf 405 Millionen Euro ein. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Air France-KLM nun ein «klar positives Betriebsergebnis», nachdem die Fluggesellschaft bereits im vergangenen Monat gewarnt hatte, sie werde das operative Gewinnziel von einer Milliarde Euro nicht erreichen.


Ahold legten dagegen um 7,21 Prozent auf 8,577 Euro zu. Der niederländische Einzelhändler bekräftigte nach einem operativen Ergebnisanstieg im dritten Quartal seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Die operative Marge im Retail-Geschäft soll weiterhin 4,8 bis 5,3 Prozent erreichen.


BNP Paribas gehörten mit plus 0,14 Prozent auf 36,295 Euro zu den besten Werten im EuroSTOXX 50. Trotz des massiven Kursverfalls der letzten Tage denkt Frankreichs grösste börsennotierte Bank nicht an eine Kapitalerhöhung. Die Kapitalquote erfülle vollkommen die Anforderungen, hatte BNP Paribas am Mittwochabend mitgeteilt. Deswegen sei auch keine neue Kapitalerhöhung notwendig, abgesehen zu der, die für die Finanzierung der Fortis -Übernahme genutzt und von den Regierungen in Belgien und Luxemburg gezeichnet wird.


Repsol-YPF legten gegen den negativen Markttrend und trotz des rückläufigen Ölpreises um 1,43 Prozent auf 14,15 Euro zu. Händler verwiesen auf einen spanischen Radiobericht, dem zufolge die staatliche russische Ölgesellschaft LUKoil eine Beteiligung von 30 Prozent an ihrem spanischen Wettbewerber anstrebt. Diese beinhalte auch die 20 Prozent, die der spanischen Holdinggesellschaft Sacyr Vallehermoso gehören. Sacyr verteuerten sich um 4,62 Prozent auf 6,80 Euro.


In London fielen Rolls-Royce um 2,24 Prozent auf 261,75 Pence. Der britische Triebwerkhersteller will im kommenden Jahr bis zu 2.000 Stellen abbauen. Nach eigener Einschätzung hat dies aber keine Auswirkungen auf die Ziele des Unternehmens für das laufende Jahr. (awp/mc/ps/12)

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