EU-Eröffnung: Verluste – Sorgen vor Grippeepidemie

«Die Angst vor einer weltweiten Pandemie dürfte die globale Rezession weiter verschärfen», sagte Daniel Chan, Senior Investmentstratege bei DBS Bank in Hong Kong. Zudem dürften insbesondere exportorinientierte Wirtschaften darunter besonders stark leiden, fügte der Experte hinzu.


Pharmawerte wie die Roche Holding, Sanofi-Aventis und GlaxoSmithKline führten europaweit die spärlich bestückten Gewinnerlisten an. Roche kletterten um 3,87 Prozent auf 145,00 Schweizer Franken. Der Schweizer Konzern kündigte an, seine Tamiflu-Produktion steigern zu wollen. Sorgen um eine weltweite Grippeepidemie nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko helfen laut Händlern vor allem den europäischen Impfstoffherstellern, die als potenzielle Profiteure gelten. GlaxoSmithKline gewannen 2,93 Prozent auf 1.035,50 Pence hinzu und Sanofi-Aventis verteuerten sich um 1,08 Prozent auf 41,15 Euro.


Die Kehrseite der Medaille bildeten die europäische Luftfahrt- und Touristikaktien. Sie gehörten wegen der Sorgen vor einer Grippeepidemie europaweit zu den grössten Verlierern. British Airways brachen um 7,26 Prozent auf 152,00 Pence ein, Air France-KLM sackten um 7,56 Prozent auf 8,30 Euro ab. Thomas Cook fielen um 6,45 Prozent auf 264,50 Pence.


An der Londoner Börse gaben zudem Rohstoffwerte deutlich nach. Die Angst vor einer weltweiten Grippewelle belastete auch die Preise für Metalle wie Kupfer und schickte damit Rohstoffaktien auf Talfahrt. Rio Tinto fielen um 3,23 Prozent auf 2.607 Pence. BHP Billiton büssten 2,51 Prozent auf 1.399 Pence ein.


Bankenwerte standen ebenfalls weit oben auf den Verkaufslisten. Papiere der Societe Generale sackten um 3,31 Prozent auf 37,10 Euro ab. Die Bank wies einen Bericht der Zeitung «Liberation» über Abschreibungen in Milliardenhöhe zurück. Bei Fortis und BNP Paribas droht ebenfalls Ungemach. Der grösste Einzelaktionär von Fortis, die chinesische Versicherung Ping An, will offenbar gegen einen Verkauf an die französische Grossbank stimmen und schürt damit erneut Zweifel an der gesamten Transaktion. Fortis waren mit Abschlägen von 4,89 Prozent auf 1,791 Euro grösster Verlierer im pan-europäischen Leitindex. BNP gaben 1,08 Prozent auf 37,995 Euro ab.


Die spanische Banco Popular Espanol legte derweil Zahlen vor, die noch schlechter ausfielen als erwartet und wurde dafür an der Börse mit einem Minus von 1,75 Prozent auf 6,18 Euro abgestraft.


Jenseits des Banken- und Pharmasektors beschäftigte noch der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania die Anleger. Der Vorsteuergewinn fiel im ersten Quartal stärker als von Analysten im Schnitt erwartet worden war. Die Titel verbilligten sich um 1,46 Prozent auf 84,50 schwedische Kronen. (awp/mc/ps/11)

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