EU-Mittag: Gut behauptet – Alstom nach Auftragseingang gefragt

Nachdem am Freitag starke Konjunkturdaten aus den USA dem Leitindex Dow Jones und den NASDAQ-Börsen deutliche Gewinne beschert hatten, legte nun auch der EuroSTOXX 50 zu. Der europäische Leitindex gewann bis zur Mittagszeit 0,31 Prozent auf 4.251,87 Zähler. Der STOXX 50 legte um 0,17 Prozent auf 3.723,57 Punkte zu. Der Euronext 100 rückte um 0,66 Prozent auf 994,79 Zähler vor. In Paris ging es für den CAC 40 um 0,66 Prozent auf 5.606,20 Punkte nach oben.


Die Renault-Aktie gewann 1,96 Prozent auf 102,21 Euro und war damit der stärkste Werte im Leitindex der Eurozone. Der zum US-Autobauer General Motors (GM) gehörende Fahrzeughersteller Opel will einem Bericht der Fachzeitschrift «auto motor und sport» zufolge eine Kooperation mit dem französischen Automobilkonzern im Pkw-Bereich starten. So solle sich der kleine Stadtlieferwagen Opel Combo – der Anfang des kommenden Jahrzehnts auf den Markt komme – mit seinem Pendant bei Renault eine Komponentenarchitektur teilen, hiess es in der Zeitschrift. Ein Opel-Sprecher habe die strategische Partnerschaft nicht offiziell bestätigen wollen.


Alstom gewannen nach bedeutenden Auftragseingängen 1,83 Prozent auf 79,13 Euro. Der französische Technikkonzern wird im Konsortium mit anderen Gesellschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Kraftwerk für 1,6 Milliarden Euro bauen. Auf Alstom entfällt davon ein Auftragsvolumen von einer Milliarde Euro. Zudem hat RWE Alstom einen Auftrag zum Kraftwerksbau in Grossbritannien im Wert von 850 Millionen Euro erteilt. «Eigentlich müsste die Aktie stärker reagieren», sagte ein Analyst, doch es herrsche derzeit eher eine abwartende Haltung am Markt.


Der Eni-Titel war Schlusslicht im EuroSTOXX 50 mit minus 0,97 Prozent auf 24,62 Euro und litt unter einem einstweiligen Stopp zur Erschliessung des grössten Ölfeldes von Kasachstan. Die Regierung von Kasachstan hat die Erschliessung des Ölfeldes durch ein internationales Konsortium unter Führung von Eni vorerst gestoppt, da der Energiekonzern angeblich bei den Arbeiten in Kaschagan nicht alle Umweltauflagen erfüllt hat, wie Umweltminister Nurlan Iskakow der Agentur Interfax zufolge sagte. Analysten sagten, ihrer Ansicht nach ist das Vorgehen der Regierung vor allem taktisch zu sehen, um mehr Einfluss in den Gesprächen mit Eni zu gewinnen. Der Zeitrahmen für die erste Ölproduktion in diesem Gebiet dürfte sich dadurch allerdings nach hinten verschieben.


Sanofi-Aventis sanken im CAC 40 wegen einer Patentrechtsklage um 0,49 Prozent auf 59,02 Euro. Das Schweizer Medizintechnikunternehmen Ypsomed hat in Deutschland gegen den Pharmakonzern wegen des Injektionssystems «SoloStar» Klage eingereicht. Ypsomed verlangt einen Produktions- und Lieferstopp für den SoloStar-Pen von Sanofi-Aventis und hat Schadenersatz beantragt. Sanofi-Aventis verwendet das System für die Verabreichung der Insuline Lantus und Apidra.


Zudem standen einige Aktien von Schweizer Unternehmen im Fokus: Der Industriekonzern ABB verkauft seine Tochtergesellschaft Lummus Global für 950 Millionen US-Dollar an die Chicago Bridge & Iron Company (CB&I), was der Aktie im Swiss-Market-Index (SMI) ein Plus von 1,06 Prozent auf 28,60 Franken einbrachte.


In Stockholm legten die Aktien des skandinavischen Börsenbetreibers OMX um 3,34 Prozent auf 247,50 schwedische Kronen zu. Wie die «Sunday Times» berichtet, könnte die an einer Übernahme interessierte Börse Dubai bis zu 300 Kronen je OMX-Aktie zahlen. Geboten hat sie bisher 270 Kronen je Aktie. Die US-Börse NASDAQ sei zudem derzeit dabei, eine Erhöhung ihrer Offerte vorzubereiten, hiess es weiter. Das bisherige Angebot liegt in bar und Aktien bei zurzeit insgesamt 230 Kronen je OMX-Anteilsschein. (awp/mc/gh)

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