EU-Schluss: Etwas schwächer – Keine Anschlusskäufe

Dieser könnte wertvolle Hinweise darauf liefern, ob die Vereinigten Staaten erneut in eine Rezession abgleiten. Ausserdem fehle es an Anschlusskäufen, nachdem Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke bereits vor dem Wochenende für steigende Kurse gesorgt hätten.


Der EuroStoxx 50 schloss 0,52 Prozent tiefer bei 2.616,57 Punkten. Zum Ende der Vorwoche hatte sich der europäische Leitindex nach einigen schwachen Handelstagen bereits stabilisiert, auf Wochensicht aber dennoch insgesamt rund 0,5 Prozent verloren. In Paris sank der CAC 40 um 0,58 Prozent auf 3.487,01 Punkte. Der Londoner Aktienmarkt blieb wegen eines Feiertages geschlossen.


Die Titel von Sanofi-Aventis legten um 0,66 Prozent auf 45,56 Euro zu und zählten damit den gefragtesten Werten im EuroStoxx 50. Die Franzosen geben sich in der milliardenschweren Übernahmeschlacht um das US-Biotechnologieunternehmen Genzyme optimistisch, als Sieger hervorzugehen. „Ich hoffe, mit den Aktionären von Genzyme ins Gespräch zu kommen und so auch einen Dialog mit dem Verwaltungsrat herstellen zu können“, sagte Vorstandschef Chris Viehbacher der französischen Tageszeitung „Le Figaro“. Genzyme aber bekräftigte die Ablehnung der Übernahmeofferte, dessen Titel kletterten zuletzt in New York um 3,77 Prozent nach oben. Der Stoxx Europe 600 Health Care Index war mit plus 0,82 Prozent der beste Sektor.


Spitzenreiter im Index waren die Papiere des französischen Supermarktbetreibers Carrefour, die um 1,11 Prozent auf 36,11 Euro stiegen. Am Indexende verloren die Aktien von France Telecom 3,46 Prozent auf 15,925 Euro.


Angesichts der jüngst wieder aufgeflammten Konjunktursorgen verkauften die Anleger auch Finanzwerte. So verloren die Papiere des niederländischen Versicherers Aegon 1,45 und die Titel der Bank BNP Paribas 1,26 Prozent.


Finanzinvestoren haben offenbar ein Auge auf den Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) geworfen. Ein NSN-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Financial Times“ (‚FT‘). Eine handvoll Private-Equity-Firmen habe ihr Interesse an einer Beteiligung kundgetan. Weitere Details zum Stand eines möglichen Verkaufsprozess wollte der Sprecher nicht nennen. Laut „FT“ gehören Silver Lake Partners, TPG, Blackstone, Bain Capital und KKR zu den Interessenten – es geht offenbar nur um einen kleineren Anteil. Nokia-Papiere rückten um 0,44 Prozent auf 6,825 Euro vor, Siemens-Aktien sanken hingegen um 1,23 Prozent.


Der scheidende Philips-Chef Gerard Kleisterlee indes sieht verstärkt lokale Konkurrenz in Schwellenländern. Der Konzern habe sich in den vergangenen zehn Jahren bemüht, in den Schwellenländern wie Indien oder China Fuss zu fassen. „Was man jetzt in vielen dieser Länder sieht, sind wachsende lokale Wettbewerber, die entweder zur regionalen oder sogar Anwärter auf weltweite Konkurrenz werden“, sagte Kleisterlee dem „Wall Street Journal Europe“. Der Kurs von Philips fiel um 1,06 Prozent auf 21,86 Euro. (awp/mc/ps/24)

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