EU-Schluss: Schwach – US-Konjunkturdaten drücken Stimmung

«Es gibt immer mal ein auffunken, aber insgesamt bleibt das Bild schwach», sagte Markus Rohmann, Händler bei der Schnigge Wertpapierhandelsbank.


Der EuroSTOXX 50 gab um 1,43 Prozent auf 2.236,98 Punkte nach. Auf Wochensicht blieb unter dem Strich dank der deutlichen Kursgewinne zu Wochenbeginn ein Plus von 4,15 Prozent. Der Londoner FTSE 100 sackte um 0,97 Prozent auf 4.149,64 Punkte ab. Der französische CAC-40-Index fiel um 1,19 Prozent auf 2.973,92 Zähler.


«In dieser Woche drehte sich alles darum, einen Konsolidierungsbereich zu finden», sagte Mike Lenhoff, Chefstratege bei Brewin Dolphin in London. «Zur Zeit ist es Richtungslosigkeit und diese wird die Leute in den Markt locken und wieder heraus jagen. Und davon werden wir in den kommenden Wochen auch noch mehr sehen: Der Markt wird sich in einer Art Seitwärtsbewegung halten, bis ein Gefühl da ist, dass die Aktionen der Regierungen und Zentralbanken uns über die Rezession hinweghelfen.»


Im EuroSTOXX 50 stiegen BNP Paribas mit einem Plus von 1,73 Prozent auf 30,01 Euro und gehörten damit zu den stärksten Werten. Die belgische Regierung hatte mit der französischen Grossbank BNP Paribas ein neues Abkommen zum Teilverkauf des heimischen, schwer angeschlagenen Finanzkonzerns Fortis auf den Weg gebracht. Die Aktien von Fortis blieben vom Handel ausgesetzt.


Dexia konnten ihre Verluste komplett abbauen und schlossen unverändert bei 3,10 Euro. Der belgische Immobilien- und Staatsfinanzierer streicht nach einem Milliardenverlust im vergangenen Jahr 900 Stellen. Im vierten Quartal hatten die Finanzkrise und der Verkauf des amerikanischen Versicherungsgeschäfts FSA noch deutlicher belastet als zuletzt. Die Aktien der spanischen Banco Popular Espanol verloren nach Zahlen für das vierte Quartal 1,65 Prozent auf 5,38 Euro. Im europäischen Leitindex gehörten Finanztitel insgesamt zu den grössten Verlierern. So büssten etwas AXA 7,46 Prozent auf 12,215 Euro ein. Credit Agricole fielen um 3,82 Prozent auf 9,54 Euro. In London waren dagegen die Bankentitel stark gefragt. So gewannen Royal Bank of Scotland (RBS) 4,76 Prozent auf 22,00 Britische Pence, Lloyds Banking Group stiegen um 1,91 Prozent auf 90,75 Pence.


Der Kursverfall beim italienischen Telekomkonzern Telecom Italia wirkt sich direkt auf die Hauptanteilseigner aus. Die Holding Telco musste nahezu 1,4 Milliarden Euro abschreiben. Telco hält rund ein Viertel der Aktien. Hinter der Holding stecken die spanische Telefonica und Grossbanken. Die Titel der Telecom Italia verloren 2,43 Prozent auf 0,9635 Euro.


Die Londoner Börse wurde vor allem durch Kursverluste bei Rohstofftiteln belastet. Fallende Kupferpreise drückten bei den Minenwerten etwa Xstrata um 11,77 Prozent auf 563,00 Pence nach unten, BHP Billiton verbilligten sich um 7,45 Prozent auf 1.171,00 Pence und Antofagasta verloren 5,99 Prozent auf 420,00 Pence. Ölaktien gehörten ebenfalls zu den Verlierern. BP verloren 0,90 Prozent auf 499,875 Pence und Royal Dutch Shell gaben 3,94 Prozent auf 1.730,00 Pence ab.


Auf der Gewinnerseite standen unterdessen die Papiere der italienischen Luxusfirma Tod’s, die sich um 2,10 Prozent auf 26,70 Euro verteuerten. Der Modekonzern hatte zuvor vorläufige Zahlen für 2008 vorgelegt und erklärt, man erwarte, diese im laufenden Jahr zu übertreffen. (awp/mc/ps/34)

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