EU-Schluss: Schwach – weitere Gewinnmitnahmen belasten

Der FTSE 100 verlor in London 0,31 Prozent auf 5.251,41 Punkte. Der kleine Verfall an den Terminmärkten am Mittag hatte Analysten zufolge wenig Einfluss auf die Märkte.


«Im momentanen Marktumfeld fehlen einfach klare Impulse für weiter steigende Kurse», sagte Marktanalyst Patrick Pflüger von IG Markets. Auch Spekulationen über die verschlechterte Schuldenlage der Ukraine hätten auf die Stimmung gedrückt und die Ansicht bekräftigt, dass die Finanzkrise keinesfalls komplett überstanden sei. Das habe die Anleger beunruhigt und zusammen mit einem wieder etwas festeren US-Dollar und der Schwäche der Wall Street die europäischen Börsen belastet. Mit dem Blick in die kommende Woche bleibt laut Pflüger abzuwarten, wie sich die momentane Konsolidierung entwickelt. Trotz eher mässiger Konjunkturdaten hätten sich die Börsen gut gehalten. Die anhaltend hohe Liquidität biete wohl genügend Potenzial für die nächsten Tage.


Autowerte zählten am Freitag zu den grössten Verlierern – der Branchenindex STOXX600 Automobiles & Parts sackte um 1,65 Prozent auf 230,92 Punkte ab. Das Indexschwergewicht Daimler gab jedoch nur 0,95 Prozent auf 34,975 Euro ab. Der deutsche Autobauer will Angaben des Betriebsrates zufolge in Kürze über eine weitere Verlagerung der Produktion seiner Mercedes C-Klasse ins Ausland entscheiden.


Noch schwächer tendierten die Immobilienwerte aus dem STOXX 600 Real Estate , der nach seiner sehr guten Entwicklung seit Monatsbeginn nun um 2,61 Prozent absackte. Dabei drückten auch schwache britische Immobilientitel auf die Stimmung, wobei die Aktien von Land Securities angesichts ihrer Indexgewichtung von mehr als zehn Prozent mit einem Minus von 2,43 Prozent auf 685,85 Pence besonders belasteten.


Vivendi-Papiere verloren in Paris moderate 0,78 Prozent auf 19,015 Euro. General Electric (GE) will Presseberichten zufolge seine Tochter NBC Universal loswerden. Dabei müssen die US-Amerikaner aber erst einmal ihren Juniorpartner Vivendi auszahlen. GE bewerte den 20-Prozent-Anteil mit 4 bis 5 Milliarden Dollar, während Vivendi einen Preis von 5,4 Milliarden veranschlagen könnte, schrieb die «Financial Times». Cap Gemini fielen um 0,11 Prozent auf 30,960 Euro und gaben ihre Gewinne vom Vormittag ab. Firmenchef Paul Hermelin hatte am Vortag mitgeteilt, dass das IT-Beratungsunternehmen seine starke Cash-Position für Akquisitionen oder zur Zahlung einer Sonderdividende nutzen könnte. Titel von Danone erholten sich dagegen nach den deutlichen Vortagesverlusten in Reaktion auf Zahlen um 1,57 Prozent auf 41,295 Euro. (awp/mc/pg/29)

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