EU-Schluss: Schwächer – Besonders Rohstoffwerte unter Druck

Der EuroStoxx 50 ging mit minus 0,51 Prozent bei 2.872,51 Punkten aus dem Handel. In der Vorwoche war der europäische Leitindex zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang Oktober 2008 geklettert. Der Pariser CAC-40-Index gab 0,41 Prozent auf 3.812,16 Zähler ab. Der FTSE 100 fiel um 0,74 Prozent auf 5.134,36 Punkte.


Stahl- und Rohstoffwerte zählten nach den jüngsten Kursgewinnen in diesem Sektor nun zu den schwächsten Titeln. ArcelorMittal sackten am Ende des EuroStoxx um 3,57 Prozent auf 26,47 Euro ab. Händler verwiesen auf einen negativen Artikel in der «Financial Times», demzufolge sich Wettbewerber hinsichtlich der positiven Auswirkungen der Konjunkturprogramme weniger optimistisch zeigen als der weltgrößte Stahlkonzern.


In London zogen insbesondere die schwergewichteten Minenwerte den «Footsie» nach unten. Vedanta fielen um 3,48 Prozent auf 1.940,00 Pence. Eine Abstufung durch Goldman Sachs lastete hier zusätzlich auf der Stimmung, wie Händler sagten. Bei den anderen Minenwerten fielen Rio Tinto um 3,43 Prozent auf 2.656,57 Pence und Xstrata um 3,63 Prozent auf 930,00 Pence. Händler verwiesen auch auf den Goldpreis, der wieder unter 1.000 Dollar je Unze gefallen ist, was den Sektor belaste.


Defensive Werte, beispielsweise aus dem Gesundheitssektor, waren unterdessen gefragt. So kletterten Sanofi-Aventis um 1,65 Prozent auf 50,82 Euro. Hier stützte auch ein Pressebericht über die baldige Auslieferung des Schweinegrippe-Impfstoffs. Zudem sorgte eine optimistische Studie von Morgan Stanley zum Pharmasektor für Nachfrage. So gewannen in London GlaxoSmithKline 0,75 Prozent auf 1.209,50 Pence.


Aktien der Royal Bank of Scotland (RBS) fielen um 5,15 Prozent auf 53,54 Pence. Händler verwiesen auf übereinstimmende Berichte der «Financial Times» und des «Wall Street Journal Europe», denen zufolge die Bank eine Kapitalerhöhung um drei bis vier Milliarden Pfund erwägt. RBS wolle damit den Einfluss des Staates minimieren. Dessen Anteil liegt derzeit bei rund 70 Prozent und könnte weiter steigen. RBS wollte die Berichte nicht kommentieren


Ansonsten standen laut Händlern noch zahlreiche Aktien nach Index-Anpassungen im Blick. Die Wechsel waren bereits bekannt, wurden aber erst an diesem Morgen wirksam und strahlten noch etwas aus. Die RWE-Aktie ersetzte im Stoxx 50 den niederländischen Elektronikkonzern Philips. In den EuroStoxx 50 rückte die Aktie der Brauerei Anheuser-Busch Inbev auf sowie die der irischen Baugesellschaft CRH. Die beiden Titel ersetzten die Anteile von Fortis und die von Renault. Im EuroStoxx gewannen die Papiere von AB Inbev beispielsweise 1,35 Prozent auf 32,385 Euro, Renault als Absteiger gaben um 1,69 Prozent auf 31,95 Euro nach.


In Paris fällt die Aktie der Fluggesellschaft Air France-KLM aus dem Cac-40-Index heraus und wird durch das Papier des Anlagenbauers Technip ersetzt. Air France-KLM waren unterdessen mit plus 0,12 Prozent auf 12,135 Euro leicht gefragt, während Technip 4,01 Prozent auf 44,06 Euro verloren. Im «Footsie» ersetzen die Titel des Investment- und Immobilienkonzerns Segro die Aktien von Balfour Beatty. Der Hotel- und Restaurantbetreiber Whitbread steigt für Foreign&Colonial Investment Trust auf, und der Gebäudemanagement- und Hygiene-Dienstleister Rentokil Initial ersetzt Pennon. In Zürich rücken Lonza und SGS für Nobel Biocare und Baloise-Holding in den Swiss-Market-Index (SMI) auf. (awp/mc/ps/32)

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