EU-Schluss: Schwächer – Drohende Abstufung Spaniens belastet

Die Verschuldung in der Eurozone wurde laut Börsianern von Moody’s wieder stärker in den Fokus gerückt. Die Ratingagentur prüft derzeit eine weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens. Erst Ende September hatte die Agentur dem hoch verschuldeten Spanien die Bestnote «AAA» entzogen und den Ausblick auf stabil gesetzt. Normalerweise deutet dies darauf hin, dass mittelfristig keine weitere Abwertung droht. Moody’s begründete die aktuelle Prüfung unter anderem mit dem hohen Finanzbedarf Spaniens im aktuell schwierigen Marktumfeld.


Nach positiv aufgenommenen Konjunkturdaten aus den USA entfernten sich die Indizes am Nachmittag jedoch von ihren Tagestiefstständen.


Besonders Bankentitel gerieten unter Druck. So rutschten Papiere der Unicredit mit minus 4,18 Prozent auf 1,6290 Euro an das Ende des EuroStoxx, gefolgt von Intesa SanPaolo mit einem Abschlag von 2,83 Prozent auf 2,1475 Euro. Auch die Anteile spanischer Finanzinstitute tendierten sehr schwach, Santander verbilligten sich um 2,64 Prozent auf 8,1470 Euro. Auch im «Footsie» mit Barclays und im Schweizer SMI mit Julius Bär trugen Finanzpapiere die rote Laterne.


Im negativen Marktumfeld mussten auch die Aktienkurse führender Autokonzerne nach aktuellen Absatzzahlen für Europa kräftige Verluste verkraften. Nach Angaben des Branchenverbandes ACEA ging die Zahl der Neuzulassungen im November im Jahresvergleich um rund sieben Prozent zurück. Damit schwächte sich der Abwärtstrend der vergangenen Monate zwar ab, dennoch verloren die zuletzt besonders gefragten Autotitel deutlich an Wert. Peugeot-Aktien büssten 2,51 Prozent auf 30,325 Euro ein, Renault verbilligten sich um 1,84 Prozent auf 43,660 Euro.


Dagegen konnten sich die Aktien des Pharmakonzerns Novartis nach der Komplettübernahme von Alcon an der Börse in Zürich gegen den schwachen Trend stemmen. Sie gewannen 4,94 Prozent auf 56,25 Franken und zogen damit auch den Index des Gesundheitssektors an die Spitze der Branchenübersicht.


Dass der jahrelange Streit der Deutschen Telekom mit dem Konkurrenten Vivendi um die polnische Mobilfunkgesellschaft PTC beigelegt wurde, liess die Vivendi-Aktien um 1,05 Prozent auf 20,705 Euro steigen. Der französische Medien- und Telekomkonzern erhält laut Angaben der Telekom etwa 1,25 Milliarden Euro für den Verzicht jeglicher Ansprüche an PTC. (awp/mc/ps/25)

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