EU verlängert Prüfung von MAN-Angebot für Scania

Ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte am Donnerstag, mindestens eines der beiden Unternehmen hätte nicht näher bezeichnete Konzessionen vorgelegt, die nun geprüft werden müssten. MAN erwägt nun eine Verlängerung der Annahmefrist für seine Offerte, die derzeit am 11. Dezember ausläuft.

Scania lehnt MAN-Angebot ab
Scania lehnt das Angebot seines Münchner Konkurrenten als feindlich ab und fordert seine schwedischen Aktionäre seit Anfang der Woche in ganzseitigen Zeitungsanzeigen zur Ablehnung der Offerte im Volumen von 10,3 Milliarden Euro auf.

Keine Stellungnahme zu Gerücht über Scania-Gegenangebot
Weder Scania noch der zweitgrösste Anteilseigner Investor wollten zu neuen Spekulationen über ein angeblich bevorstehendes Gegenangebot von Scania zur Übernahme von MAN Stellung nehmen. Der britische Onlinedienst «breakingviews.c om» hatte dazu am Mittwoch unter Berufung auf «Insider» berichtet, das schwedische Unternehmen wolle MAN-Aktionären eine Prämie von unter 30 Prozent des derzeitigen Börsenwertes bieten.

Alle Möglichkeiten in Betracht gezogen
Die Stockholmer Wirtschaftszeitung «Dagens Industri» (Donnerstag) errechnete aus dem britischen Bericht ein Gesamtangebot von 12,1 Milliarden Euro. Investor-Sprecher Fredrik Lindgren sagte dazu, man behalte sich wie bisher alle Möglichkeiten vor, nehme aber sonst nicht Stellung. Ein MAN-Sprecher sagte: «Wir erwarten derzeit kein Gegenangebot.»

Fehlen von wesentlichen Informationen in Prospekt für Scania-Aktionäre

Scania-Pressesprecherin Cecilia Edström sagte zur Begründung der Anzeigenkampagne gegen das deutsche Übernahmeangebot, MAN habe in seinem Prospekt für die Scania-Aktionäre nur unvollständige Angaben übermittelt. So habe die «doch sehr wesentliche Information» gefehlt, dass der Scania-Aufsichtsrat das Angebot einstimmig abgelehnt habe. Ein Sprecher des Volkswagen-Konzerns – des grössten Anteilseigners bei Scania und MAN – sagte, man strebe nach wie vor eine einvernehmliche Lösung beim Zusammengehen der beiden Nutzfahrzeughersteller an.

MAN überdenke Auswirkungen der Prüfungsverlängerung
MAN begrüsste, dass mit der Verlängerung der Prüfung bis zum 20. Dezember «eine Erlaubnis des Zusammenschlusses noch in der so genannten Phase eins, das heisst bis Ende des Jahres, möglich ist». MAN überdenke nun die Auswirkungen der Prüfungsverlängerung im Hinblick auf eine Verlängerung der Annahmefrist. Zum einen sei das neue Datum «sehr nahe an den Weihnachts- und Neujahrsferien», hiess es. Hintergrund der Überlegungen seien auch die laufenden Diskussionen mit den verschiedenen Parteien. Weitere Aussagen dazu wolle MAN noch vor Ablauf der bisherigen Frist am 11. Dezember machen. (awp/mc/ar)

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