EU-Verlauf: Etwas fester – Banken erholt – Übernahmefantasie treibt Repsol

Einige Börsianer gehen davon aus, dass die Märkte das Schlimmste hinter sich haben. «Die dunkelste Stunde ist direkt vor dem Morgengrauen», sagte Justin Urquhart Stewart von Seven Investment Management. Die Akteure ergriffen ermutigende Massnahmen wie Zinssenkungen und bemühten sich um eine Reparatur des Finanzsystems – das sei der Unterschied zur Wirtschaftskrise 1930.


Bankenwerte gehörten zu den Favoriten der Anleger. Credit Agricole legten um 4,36 Prozent auf 7,305 Euro zu. In Zürich verteuerten sich Credit Suisse um 6,35 Prozent auf 26,48 Schweizer Franken. Börsianer verwiesen auf Berichte im «Wall Street Journal» (WSJ) und der «NY Times» zur Citigroup, die eine Kurserholung bei den Aktien des US-Finanzriesen auslösten. Für Barclays ging es um 5,09 auf 134,25 Pence hoch. Händler verwiesen auf einen Bericht der «Financial Times» (FT), wonach der Finanzkonzern und Grossaktionär Legal & General entgegen früheren Aussagen am 24. November doch nicht gegen die geplante Kapitalerhöhung der britischen Bank stimmen will. Legal & General verteuerten sich um 3,15 Prozent auf 62,20Pence.


Repsol-YPF wurden zu Handelsbeginn aufgrund der Berichte über einen möglichen Einstieg des russischen Mineralölkonzerns LUKoil ebenso wie die Aktien von Grossaktionär Criteria vom Handel ausgesetzt. Bei Wiedereröffnung des Handels schossen die Titel des spanisch-argentinischen Ölkonzerns nach oben – zuletzt gewannen sie 6,99 Prozent auf 14,55 Euro. Ein Analyst zeigte sich indes skeptisch, ob Lukoil in der Lage sei, eine solche Übernahme finanziell zu stemmen.


Das Papier der Investmentgesellschaft Criteria, die zur Sparkasse La Caixa gehört und mit 12,5 Prozent an dem spanischen Mineralölkonzern beteiligt ist, stieg um 7,73 Prozent auf 2,51 Euro. Criteria hatte am Donnerstag bekanntgegeben, Gespräche mit Lukoil über einen möglichen Verkauf eines Teils ihrer Repsol-Aktien geführt zu haben. Die Muttergesellschaft machte einen Verkauf allerdings vom Vorgehen von Repsols grösstem Aktionär Sacyr Vallehermoso abhängig, an dessen Anteil LUKoil interessiert sein soll. Sacyr sprangen um 10,05 Prozent auf 8,10 Euro hoch. Gas Natural verteuerten sich um 2,52 Prozent auf 22,01 Euro. «Cinco Dias» schrieb, Repsol könne seinen Anteil an dem Versorger aufgeben, um die möglichen regulatorischen Hürden für den russischen Konzern zu verringern.


Alcatel-Lucent hat am Vorabend seine Prognose bestätigt, wonach der Umsatz im laufenden Jahr um 2-5 Prozent fallen wird. Für das kommende Jahr blieb der Internetausrüster eine Prognose schuldig. Alcatel-Lucent stellte zudem in Aussicht, etwa 1,6 Milliarden Euro einsammeln zu können, wenn der Verkauf seines Thales-Anteils durchgeht. Die Titel sprangen um 3,23 Prozent auf 1,631 Euro an.


Aktien von Vallourec waren indes mit einem Abschlag von 5,47 Prozent auf 67,40 Euro schwächster Werten im französischen Leitindex CAC-40. Cheuvreux hatte die Titel zuvor von der «Selected List» genommen und auf «Underperform» herabgestuft. Gleichzeitig senkte das Broker-Haus das Kursziel von 110,00 Euro auf 70,00 Euro.


Bank of Ireland schossen schliesslich um 21,78 Prozent auf 1,230 Euro in die Höhe. Nach Informationen des «Irish Independent» will ein Konsortium für 2,5 bis 3,00 Milliarden Euro einen Anteil an dem irischen Finanzkonzern erwerben. Bei der Bank war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. (awp/mc/gh/24)

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