EU-Verlauf: Fest – Rohstoffwerte und Banken treiben Markt an

Angeführt wurde die Marktbewegung von deutlichen Kursgewinnen der Rohstoffwerte, nachdem sich der Höhenflug der Öl- und Edelmetallpreise fortgesetzt hat. Bankentitel profitierten davon, dass zehn US-Grossbanken jetzt die Milliarden-Staatshilfen zurückzahlen können, die sie im vergangenen Herbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise erhalten hatten. Zudem gab es eine positive Branchenstudie von JPMorgan. Defensive Branchen wie Pharma, Telekommunikation und Nahrungsmittel liefen der Marktbewegung indes hinterher. Am Nachmittag werden neue Öllagerdaten vom US-Energieministerium veröffentlicht. Auf der Agenda steht zudem die US-Handelsbilanz und am Abend der Konjunkturbericht der US-Notenbank (Beige Book).


Repsol-YPF gehörten mit plus 3,03 Prozent auf 16,68 Euro zu den Favoriten im EuroSTOXX, TOTAL legten um 2,35 Prozent auf 42,27 Euro zu. Royal Dutch Shell gewannen in London 2,82 Prozent auf 1.748 Pence und BP verteuerten sich um 2,22 Prozent auf 541,50 Pence. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juli kletterte am Morgen auf ein neues Sieben-Monats-Hoch. Seit dem Tief Ende Dezember 2008 bei 35 Dollar hat sich der Ölpreis damit gut verdoppelt. Händler machten Lagerdaten aus den USA für den Sprung verantwortlich. Zudem bestehe die Hoffnung, dass der Rückgang der Ölnachfrage die Talsohle erreicht habe.


Sehr gefragte Minenwerte und Stahltitel komplettierten den Branchentrend: Eurasian Natural sprangen mit plus 7,48 Prozent auf 726,00 Pence an die Spitze des Londoner «Footsie». Xstrata folgten mit einem Aufschlag von 6,44 Prozent auf 768,00 Pence. Andere Minenwerte gewannen zumeist ebenfalls mehr als 4 Prozent, nachdem auch die Edelmetallnotierungen an der Londoner Rohstoffbörse weiter auf dem Vormarsch sind. ArcelorMittal setzten sich mit einem Zuwachs von 4,97 Prozent auf 25,23 Euro an die Spitze des EuroSTOXX. Händler verwiesen auf die starken Vorgaben der US-Konkurrenten United States Steel und AK Steel, die dank einer positiven Studie von Morgan Stanley und steigender Stahlpreise am Vorabend kräftige Gewinne verbucht hatten.


Die Kursgewinner aus der Finanzbranche wurden angeführt von Credit Agricole, die 2,96 Prozent auf 11,115 Euro gewannen. Societe Generale stiegen um 2,84 Prozent auf 43,05 Euro. Aktien der Lloyds Banking Group stiegen in London um 4,44 Prozent auf 65,75 Pence. Die staatlich gestützte britische Lloyds Banking Group führt einem Zeitungsbericht zufolge Gespräche über den Teilverkauf ihres Investment-Managements Insight. UBS-Aktien markierten mit plus 4,64 Prozent auf 15,57 Franken die Spitze des Swiss-Market-Index (SMI).


Fiat gewannen in Mailand 4,91 Prozent auf 7,795 Euro. Für den Konzern ist der Weg für den Einstieg beim insolventen Autobauer Chrysler frei. Das Oberste Gericht der USA hob am Dienstag (Ortszeit) die am Vortag verfügte Blockade des Geschäfts wieder auf, die eine kleine Gruppe von Gläubigern beantragt hatte. (awp/mc/ps/18)

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