LFDE: Börsenodyssee
Angetrieben durch die Wiederverwendung von Trägerraketen, den Aufschwung von Satellitenkonstellationen und das wiederauflebende Interesse an der Erforschung des Mondes befindet sich der Raumfahrtsektor in stetigem Wachstum. Als zentraler Bestandteil der Anwendungen und strategischen Herausforderungen von morgen entwickelt sich der Weltraum zu einer unverzichtbaren Infrastruktur der Weltwirtschaft.
von Alicia Daurignac, Fondsmanagerin von Echiquier Space, LFDE
Während der Weltraum jahrzehntelang mit Spitzenforschung in Verbindung gebracht wurde, haben sich die Herausforderungen im Weltraum in Art und Umfang gewandelt. Der Mond ist dabei, sich zu einem Industriezentrum zu entwickeln, das als Sprungbrett für künftige ausserirdische Erkundungen dient. Der Wettlauf ins All ist wieder in vollem Gange und verleiht diesem Thema neuen industriellen Schwung, insbesondere durch den verstärkten Einsatz privater Akteure. Die Chancen sind atemberaubend. Mit Wachstumsprognosen von fast 10 % pro Jahr dürfte der Weltraummarkt bereits 2035 ein Volumen von 1.800 Milliarden Dollar erreichen . Die Einnahmen der weltweiten Raumfahrtindustrie könnten bis 2040 1000 Milliarden Dollar übersteigen.
Das Investmentuniversum befindet sich in voller Blüte, hat an Reife gewonnen und wird ständig durch neue Börsengänge bereichert, wie beispielsweise den für diesen Monat geplanten von SpaceX. Dieser Börsengang, dessen Auswirkungen wahrscheinlich erheblich sein werden, dürfte die Investitionsströme von aufstrebenden Akteuren ankurbeln und das Interesse der Anleger an diesem Thema steigern. Letztendlich dürfte sie den Zufluss von Kapital in diesen Sektor begünstigen und damit die Tiefe und Liquidität des Marktes stärken.
Das Thema Raumfahrt hat sich in wenigen Jahren grundlegend gewandelt und sich von einem aufstrebenden Bereich zu einer strukturierten Industrie entwickelt. Ab 2020 erlebte der Sektor eine Welle von Börsengängen über SPACs, die eine neue Generation von Raumfahrtunternehmen auf den Markt brachte. Vorzeigeunternehmen wie der amerikanische Raketenhersteller Rocket Lab oder Intuitive Machines, Marktführer im Bereich der Weltrauminfrastruktur, verkörpern diese Generation, die von neuen Versprechungen technologischer Durchbrüche und attraktiven Wachstumsaussichten getragen wird.
Eine wegweisende Strategie
Mit Echiquier Space, dem ersten Fonds in Europa, der sich dem Weltraum-Ökosystem widmet, begleiten wir seit 2021 den Wandel in diesem Bereich. Wir sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette positioniert und konzentrieren uns insbesondere auf Trägerraketen, Satellitenkommunikation und Weltraumforschung, die zur Entstehung einer Mondwirtschaft führt. Wir konzentrieren uns somit auf Akteure aus dem Bereich «Pure Space», die über spezialisiertes technologisches Know-how verfügen, wie beispielsweise Planet Labs, Spezialist für Erdbeobachtung per Satellit, Firefly Aerospace, Experte für Trägerraketen und Mondlandefähren, oder Intuitive Machines. Wir interessieren uns auch für Unternehmen, die vom Aufschwung der Raumfahrt profitieren, ohne sich ausschliesslich darauf zu konzentrieren, wie beispielsweise Teledyne, ein Anbieter von Bildsensoren für die Raumfahrt, oder John Deere, das sich für die Präzisionslandwirtschaft auf Satellitenortung stützt.
Echiquier Space, dessen verwaltetes Vermögen Ende Mai die Marke von 650 Millionen überschritten hat, besteht heute seit fünf Jahren und blickt in eine Zukunft mit unbegrenzten Perspektiven. (mc/pg)