EU-Verlauf: Gewinne ausgebaut – Auto- und Bankwerte treiben an

Der Londoner FTSE 100 stieg um 0,75 Prozent auf 5.075,09 Zähler. Noch am Dienstag hatten Aktien aus dem Bank- und Autosektor die Märkte in Europa stark belastet. Am Nachmittag könnten noch Konjunkturdaten aus den USA sowie am Abend die Zinsentscheidung der US-Notenbank weitere Impulse bringen. «Von Konjunkturseite hat es in den vergangenen Tagen deutlich positive Daten gegeben und ich denke, dass die Märkte daraufhin noch ein Stück weiter vorrücken können», sagte Klaus Wiener, Research-Chef bei Generali Investments.


Auto-Aktien waren nach den Verlusten vom Vortag stark gefragt und wurden gestützt von positiv aufgenommenen US-Absatzzahlen. Noch am Dienstag hatten sie in Folge schwacher BMW-Zahlen zu den grössten Verlierern gezählt. Renault zählten mit plus 3,80 Prozent auf 31,275 Euro zu den besten Werten im CAC-40-Index. Die Titel profitierten von der überarbeiteten Jahresprognose vom japanischen Autobauer Nissan, an dem Renault beteiligt ist. Peugeot gewannen ebenfalls 1,88 Prozent auf 23,005 Euro. In Mailand stiegen Fiat um 3,38 Prozent auf 10,69 Euro.


Bankenwerte zählten gleichfalls zu den Gewinnern. Societe Generale legten nach Zahlen 4,60 Prozent auf 45,66 Euro zu. Zeitweise sprangen die Titel sogar an die Spitze im EuroStoxx 50. Die französische Grossbank hat ihren Nettogewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum glatt verdoppelt. Trotz des Gewinnsprungs bleibt das Bankhaus aber vorsichtig. Das Umfeld bleibe unsicher, hiess es. Wie andere Banken profitierte die Societe Generale vor allem von der Erholung des Investmentbankings. Die Situation normalisiere sich zusehends, hiess es in dem Quartalsbericht. Die französische Grossbank BNP Paribas hat unterdessen einen Bericht über ein Interesse an der Societe Generale dementiert. BNP Paribas-Papiere gewannen 2,42 Prozent. In London waren Barclays mit plus 3,51 Prozent auf 334,80 Pence besonders stark. In Zürich schoben sich UBS an die Spitze im Swiss-Market-Index (SMI).


In den Blick rückte zudem der Rohstoffsektor, der von dem erneut auf Rekordhoch gestiegenen Goldpreis profitierte. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls kletterte am Morgen bis auf 1.089,50 US-Dollar. In London verteuerten sich daher die Aktien von Fresnillo und Randgold Resource um mehr als 5 Prozent. Andere Minenwerte wie Kazakhmys und Eurasian Natural konnten ebenfalls kräftig hinzugewinnen.


Öl-Werte notierten dagegen insgesamt etwas schwächer. Insbesondere die Papiere des französischen Ölkonzerns Total rückten nach Quartalszahlen in den Fokus. Der Gewinn sank wie bei allen Konkurrenten wegen des gesunkenen Ölpreises deutlich. Allerdings hatten Experten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Die Aktie gewann 0,44 Prozent auf 41,135 Euro, notierte aber zwischenzeitlich im Minus. Royal Dutch Shell und BP verzeichneten Kursverluste. (awp/mc/ps/18)

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