EU-Verlauf: Gewinne vom Vormittag abgegeben – US-Futures im Minus

In London büsste der FTSE 100 0,44 Prozent auf 4.982,31 Zähler ein. Am Nachmittag rücken noch US-Konjunkturdaten in den Fokus. Zuvor entscheidet die Bank von England aber erst noch über ihre Zinsen. 


Am Morgen hatte der EuroStoxx noch einen neuen Jahreshöchststand erreicht und John Murphy, Analyst bei ODL Securities, sagte: «Investoren rennen zur Zeit wie in einer Herde den Käufern hinterher». Dies könne dazu führen, dass die Märkte noch weiter zulegen. «Allerdings nähern wir uns auch dem Oktober, aus historischer Sicht der Monat für Crashes», fügte Murphy hinzu.


Öl-Aktien konnten von den gestiegenen Ölpreisen nicht besonders profitieren. BP verloren 1,27 Prozent auf 547,00 Pence. Royal Dutch Shell gaben 1,14 Prozent auf 1.737,00 Pence ab. Beide Werten litten unter einer Abstufung durch die HSBC. Die Bank hatte BP auf «Neutral» von zuvor «Overweight» und Shell auf «Underweight» von vorher «Neutral» abgestuft. Die Experten verwiesen bei beiden Konzernen auf die niedrigen Margen im Raffinerie-Geschäft.


Die als defensiv geltenden Aktien aus der Versorger- und Pharmabranche waren dagegen gefragt und dämmten die Verluste im «Footsie» etwas ein. Pennon Group gewannen 2,78 Prozent auf 484,70 Pence. Auch Centrica und International Power verteuerten sich. Bei den Titeln aus dem Pharma- und Gesundheitssektor stachen vor allem Shire Pharmaceuticals mit plus Prozent 2,69 Prozent auf 1.069,00 Pence hervor. Smith & Nephew verbuchten ebenfalls Gewinne.


Titel von Thomas Cook zählten in London zu den grössten Gewinnern. Die Gläubigerbanken des überwiegend insolventen Arcandor-Konzerns haben den Verkaufsprozess für den an sie verpfändeten Thomas-Cook-Anteil gestartet. Die Aktien des Reiseanbieters wurden im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens platziert. Die Nachfrage sei vor allem aus den USA und Grossbritannien sehr lebhaft, hiess es aus dem Markt. Die Preisindikation liege aktuell bei 240 bis 245 Pence. Thomas-Cook-Papiere konnten um 4,08 Prozent auf 255,00 Pence zulegen.


Einzelhändler notierten dagegen besonders schwach. Morrison (Wm.) Supermarkets gaben 2,39 Prozent auf 277,75 Pence ab. Die Gewinne der Supermarktkette sind im ersten Halbjahr zwar um 22 Prozent gestiegen, allerdings erwartet das Unternehmen ein gebremstes Wachstum in der zweiten Jahreshälfte. Home Retail Group büssten gar 6,31 Prozent auf 308,90 Pence ein. Die Umsätze des Einzelhändler sind im zweiten Quartal besser als erwartet ausgefallen, doch Finanzchef Richard Ashton erwartet schwächere Bruttomargen für das Gesamtjahr. Anteilsscheine der Baumarktkette Kingfisher und von Kesa Electrical verbilligten sich ebenfalls.


Technologie-Werte notierten im Plus. In Amsterdam waren ASML mit plus 5,00 auf 21,115 Euro stark gefragt. Der niederländische Chipindustrie-Ausrüster sieht eine Belebung des Geschäfts und hebt deshalb seine Umsatzprognose an. Wie das Unternehmen mitteilte, werde der Nettoumsatz im dritten und vierten Quartal den neuen Schätzungen zufolge bei jeweils über 500 Millionen Euro liegen. Zuvor hatte das Unternehmen mit rund 450 Millionen Euro im dritten Quartal gerechnet. Der Auftragseingang im dritten Jahresviertel werde deutlich über 500 Millionen Euro ausfallen, hiess es weiter. Die positiven Impulse kämen vor allem aus den Bereichen Speicher- und Logikchips. Im Zuge der Kursgewinne bei ASML verteuerten sich in Paris auch die Anteilsscheine des Halbleiter-Konzerns STMicroelectronics. Am Vortag hatte in den USA bereits der Chiphersteller Texas Instruments (TI) seine Prognose für das dritte Quartal angehoben. (awp/mc/ps/18)

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