EU-Verlauf: Gut behauptet – Analystenkommentare bewegen

Vor allem Analystenkommentare sorgten für Bewegung, sagten Börsianer, die zudem von einem eher «dünnen Handel» sprachen. Alle Augen seien auf die am Nachmittag anstehenden US-Einzelhandelsumsätze gerichtet. Marktteilnehmer versprechen sich weitere Informationen über den möglichen Genesungstrend der weltgrössten Wirtschaft.


Pharmawerte profitierten von einer Branchenstudie von Morgan Stanley – die Analysten hoben den europäischen Sektor von «In Line» auf «Attractive». Ihre «Overweight»-Einstufung für die Papiere von Roche Holding und Sanofi-Aventis bestätigten die Experten und die Titel von GlaxoSmithKline hoben sie von «Underweight» auf «Equal-Weight». Sanofi verteuerten sich im EuroSTOXX um 0,90 Prozent auf 46,28 Euro und Glaxo führten mit plus 2,08 Prozent auf 1.053,375 Pence die Gewinnerliste im breiteren STOXX 50 an. Roche Holding kletterten um 1,75 Prozent auf 145,40 Franken.


Eine Studie von Goldman Sachs über die Industriegüterbranche half unterdessen Werten wie Schneider Electric, die sich nach einer Hochstufung auf «Buy» um 2,23 Prozent auf 55,10 Euro vorarbeiteten. Alstom gehörten mit plus 0,40 Prozent auf 44,46 Euro ebenfalls zu den Gewinnern. Den gesamten Sektor stuften die Experten von «Neutral» auf «Attractive» hoch.


Stahlwerte wie ArcelorMittal profitierten mit einem Aufschlag von 3,16 Prozent auf 25,645 Euro von einer positiven Vorgabe der Wettbewerber an den asiatischen Börsen. Heino Ruland, von Ruland Research, verwies zudem darauf, dass Posco bestätigte, Vale werde die Preise für Eisenerz um 28 bis 48 Prozent senken.


Givaudan-Aktien verbuchten dagegen nach einer Kapitalerhöhung und schwachen Zahlen mit minus 2,58 Prozent auf 668,00 Schweizer Franken deutliche Verluste. Der Aromen- und Riechstoff-Hersteller will sich mit einer Kapitalerhöhung finanziell mehr Luft verschaffen. Mit der Ausgabe von rund einer Million neuer Aktien aus genehmigtem Kapital sollen nun 420 Millionen Franken brutto erlöst werden. Zwei Jahre nach der Übernahme des Konkurrenten Quest kämpft Givaudan mit teuer eingekauften Rohstoffen und weist für das erste Quartal 2009 einen operativen Gewinn von 110 Millionen Franken aus. «Die Nachrichten dürften den Anlegern kaum schmecken», schrieben die Analysten Marco Schwender und Martin Koch von der Privatbank Wegelin in einem Kommentar.


Die Papiere des französischen Einzelhandelskonzerns Carrefour sackten um 4,20 Prozent auf 29,62 Euro ab und gehörten damit zu den schwächsten Werten im CAC 40-Index. Händler verwiesen auf Gerüchte über eine mögliche Gewinnwarnung. In Grossbritannien entwickelten sich die Titel des Börsenbetreibers London Stock Exchange (LSE), der Beteiligungsfirma 3i Group und des Bau- und Installationszulieferers Wolseley uneinheitlich. Alle drei Werte werden zum 22. Juni in den britischen Leitindex FTSE 100 aufsteigen. Während 3i und Wolseley minimale Gewinne verbuchten, gaben die Titel der LSE mit einem Abschlag von 0,26 Prozent auf 771,50 Pence etwas nach. Dazu könnte ein Analystenkommentar der Citigroup beigetragen haben. Die Experten erhöhten zwar ihr Kursziel für die Titel von 615 auf 660 Pence. Damit lag es aber noch immer unter dem aktuellen Kurs. Zudem blieben die Experten bei ihrer «Sell»-Einstufung. (awp/mc/ps/18)

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