EU-Verlauf: Kursgewinne – Banken fest, Telekomtitel unter Druck

Im weiteren Verlauf seien die US-Futures unter Gewinnmitnahmen jedoch etwas abgebröckelt und die Anleger hätten mit Blick auf weitere Tagesereignisse etwas Vorsicht walten lassen. Am Mittag geben die Zahlen von Nokia und Merrill Lynch sowie die US-Konjunkturdaten die weitere Richtung vor.


Der EuroSTOXX 50 legte um 0,31 Prozent auf 3.760,21 Zähler zu. Der STOXX 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, stieg um 0,16 Prozent auf 3.147,96 Zähler. Der britische FTSE 100 verbesserte sich um 0,14 Prozent auf 6.054,90 Punkte.


Vor allem Bankentitel fielen mit festen Kursen auf und profitierten damit von einer Goldman Sachs-Sektorstudie. Societe Generale ragten dabei mit plus 5,16 Prozent auf 71,57 Euro an der EuroSTOXX-Spitze heraus. Goldman Sachs hatte das Votum in einer Studie zu europäischen Banken von «Neutral» auf «Buy» angehoben und die Papiere auf ihre «Pan-Europe Conviction Buy List» gesetzt. Das Kursziel hoben die Experten von 78,00 auf 93,50 Euro. Es sei zu früh für eine Entwarnung, aber an der Zeit, nach Werten mit den besten Aussichten in der bevorstehenden nächsten Entwicklungsphase der Finanzkrise zu suchen, hiess es. Besonders deutlich hoben die Experten auch ihre Kursziele für BNP Paribas und Credit Suisse . BNP-Aktien verteuerten sich um 1,98 Prozent auf 68,49 Euro, Credit Suisse-Papiere hielten sich unverändert auf 53,00 Franken besser als der Schweizer Leitindex. Barclays verbesserten sich im «Footsie» um 3,24 Prozent auf 494,50 Pence an die Spitze.


Dagegen präsentierten sich Telekomtitel auffällig schwach, wobei France Telecom ihre Kursverluste vom Vortag um 3,16 Prozent auf 20,20 Euro ausweiteten. Lehman Brothers hatte seine Einstufung für den Telekom-Service-Sektor von «Neutral» auf «Negative» gesenkt. Das Gewinnmomentum habe sich massiv verlangsamt und die Prognosen blieben anfällig, hiess es zur Begründung. Die Papiere von Telefonica senkten die Experten von «Equal weight» auf «Underweight» und die der Swisscom von «Overweight» auf «Equal weight». Telefonica rutschten um 2,12 Prozent auf 18,49 Euro, Swisscom gaben um 1,00 Prozent auf 370,25 Franken nach.


Darüber hinaus nahm die Berichtssaison weiter ihren Lauf: Papiere von Roche sanken um 3,58 Prozent auf 164,50 Franken. Der Schweizer Pharmakonzern hat mit seinem Umsatzanstieg im ersten Quartal die Analystenerwartungen enttäuscht, hielt aber an seinem Ausblick fest. Sodexo sprangen dagegen in Paris um 11,45 Prozent auf 41,36 Euro an. Marktteilnehmer verwiesen neben starken Halbjahreszahlen des Catering- und Dienstleistungsunternehmens vor allem auf den geplanten Rückkauf von 7,8 Prozent der ausstehenden Aktien. Nokia gewannen vor den am Mittag erwarteten Zahlen 1,62 Prozent auf 21,30 Euro.


Prudential rutschten im «Footsie» nach anfänglichen Kursgewinnen um 0,66 Prozent auf 678,00 Pence ab. Der grösste britische Versicherungskonzern hat sein Neugeschäft überraschend deutlich gesteigert – Merrill Lynch reagierte mit einer Bestätigung des «Buy»-Votums. Zuletzt traten jedoch Experten der WestLB und Collins Stewart mit «Hold»-Einstufungen auf den Plan.


Aktien von Thomson Reuters rutschten zum Börsendebüt um 8,86 Prozent auf 1.664 Pence ab. Händler verwiesen auf uneinheitliche Analysteneinstufungen und insbesondere einige Verkaufsempfehlungen als Belastung. So starte ABN Amro die Papiere mit «Sell» und einem Kursziel von 1.500 Pence, Experten von Collins Stewart rieten ebenfalls zum Verkauf und gaben ein Ziel von 1.420 Pence an. (awp/mc/pg)

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