EU-Verlauf: Leichter – Ruhiger Handel, Vorgaben geben kaum Impulse

Der STOXX 50, der auch schweizerische und britische Werte umfasst, gab um 0,36 Prozent auf 3.282,35 Zähler nach. Die Börse in London blieb wegen eines Feiertags geschlossen. Die Vorgaben gaben Händlern zufolge nur wenig Impulse. Der Dow Jones Industrial hatte am Freitag nur einen kleinen Teil seiner Gewinne ins Wochenende retten können. Die Börsen in Japan blieben wegen eines Feiertags geschlossen. Der Hang Seng Index schloss am Morgen kaum verändert. Am Nachmittag steht in den USA der ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen auf dem Plan. «Es ist noch ein bisschen wie die Ruhe vor dem Sturm», sagte ein Händler mit Blick auf die im Wochenverlauf anstehende Zahlenflut.


Accor-Aktien legten in Paris 2,57 Prozent auf 55,54 Euro zu. Die französische Beteiligungsfirma Eurazeo und der US-Fonds Colony Capital wollen ihren gemeinsamen Anteil von 17,5 Prozent an der Hotelkette gegebenenfalls auf 30 Prozent ausbauen. «Das sind gute Nachrichten, die einen kleinen spekulativen Aufschlag geben», sagte ein Pariser Händler. Es würden insbesondere Hoffnungen geschürt, dass der Hotelkonzern weitere wertsteigernde Schritte zum Beispiel durch den Verkauf von Immobilien oder Rückverpachtungen unternehmen werde.


ArcelorMittal stiegen um 0,21 Prozent auf 57,68 Euro. Einem Bericht der «Financial Times Deutschland» zufolge erwägt der Stahlkonzern Zukäufe in China und Indonesien. Sowohl beim chinesischen Wettbewerber Angang Steel als auch bei der indonesischen Krakatau Steel sei ArcelorMittal an einem Einstieg interessiert. Eine von Arcelor vorgeschlagene 25-Prozent-Beteiligung hätten die Chinesen abgelehnt, hiess es weiter. Sie bieten dem europäischen Stahlriesen allerdings an, ein Aktienpaket in Höhe von ein bis zwei Prozent zu erwerben. Ein Händler in Hongkong fügte an, er bezweifele, dass die chinesische Regierung einem ausländischen Unternehmen einen wesentlichen Anteil an einem Rohstoff-Unternehmen wie Angang erlauben werde.


Im Energiesektor halfen Übernahmespekulationen den Aktien von Electricite de France (EdF). Der französische Versorger und die britische Centrica wollen einem Bericht der britischen «Sunday Times» zufolge bei einer Übernahme des Atomstrom-Produzenten British Energy paktieren. Die Titel von EdF gewannen 0,01 Prozent auf 67,53 Euro, die britischen Papiere wurden wegen des Feiertags in London nicht gehandelt. Die WestLB hob Aktien des französischen Versorgers ausserdem von «Hold» auf «Add» und das Kursziel von 70,00 auf 75,00 Euro. EdF dürfte in Zukunft mehr von steigenden Strompreisen profitieren und auch die Stimmung für die Titel steige weiter, hiess es.


Aktien des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS verloren Händlern zufolge wegen neuer Probleme von Airbus bei der Fertigung seines Super-Flugzeugs A380 zuletzt 3,46 Prozent auf 16,44 Euro. Airbus erklärte dazu der Deutschen Presse-Agentur dpa, das A380-Programm werde derzeit überprüft, weil eine wichtige Stufe in der Umstellung auf die Serienverkabelung mit der neuen Entwicklungssoftware erreicht sei. Auch der Konkurrent Boeing habe allerdings Schwierigkeiten mit der B787, betonten Händler, was den negativen Einfluss der Meldung etwas abschwäche.


Europäische Telekom-Titel gerieten Händlern zufolge nach einem negativen Analystenkommentar von ING unter Druck. LM Ericsson weiteten ihre Verluste vom Freitag aus und gaben erneut 2,82 Prozent auf 14,14 Euro. Nokia konnten ebenfalls nicht von einem neuen Auftrag für Nokia Siemens Networks profitieren und verloren 1,34 Prozent auf 19,19 Euro. Aktien des Telekomausrüster Alcatel-Lucent gerieten unter Druck und verloren 2,00 Prozent auf 4,42 Euro. Aktien der Deutschen Telekom waren ebenfalls unter den schwächsten Werten im europäischen Leitindex.


In der Schweiz profitierten Nestlé mit plus 0,70 Prozent auf 504,00 Franken von einem positiven Artikel im US-Anlegermagazin Barron’s. Der Artikel weist wieder einmal daraufhin, dass in unruhigen Zeiten defensive Nahrungsmittelaktien bei Investoren hoch im Kurs seien. Zudem wurde die günstige Bewertung der Titel im Sektorvergleich hervorgehoben. Titel des französischen Konkurrenten Danone gaben unterdessen 1,08 Prozent auf 56,94 Euro ab. (awp/mc/ps)

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